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19.03.2019

07:09

Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen

So läuft die 5G-Auktion ab

Von: Daniel Delhaes

Die Auktion der Funkfrequenzen für den Mobilfunkstandard 5G beginnt. Finanzminister Olaf Scholz rechnet mit Erlösen von vier bis fünf Milliarden Euro.

Die Auktion wird vermutlich mindestens drei Wochen dauern. dpa

5G

Die Auktion wird vermutlich mindestens drei Wochen dauern.

BerlinAn diesem Dienstag beginnt die seit Monaten mit Spannung erwartete Auktion wichtiger Mobilfunkfrequenzen. Mit ihnen soll sich der Mobilfunkstandard 5G durchsetzen und die Welt smart machen. Es geht um das Internet der Dinge, um Industrie 4.0. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Worum geht es?
Die Bundesnetzagentur versteigert Lizenzen für die Mobilfunkfrequenzen in den Bereichen von 2,0 bis 3,6 Gigahertz. Es sind besonders kurzwellige Frequenzen, über die sich besonders große Datenmengen fast in Echtzeit transportieren lassen. Deshalb sind die Frequenzen besonders gut geeignet, um den neuen Mobilfunkstandard 5G einzuführen.

Was passiert am ersten Tag?
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, wird um zehn Uhr die Auktion in Mainz eröffnen. Die Bieter, Deutsche Telekom AG, Vodafone, Telefónica und Drillisch werden sich in separate Räume zurückziehen. Von dort geben sie dann ihre Gebote ab. Jede Bieterrunde dauert eine Stunde. Es wird auf 41 Frequenzblöcke geboten. Wer sich nicht aktiv zeigt, verliert Bieterrechte. Auktionen finden von 8 bis 18.30 Uhr statt. Von 12 bis 14 Uhr gibt es eine Mittagspause.

Wie lange läuft die Auktion?
Vermutlich dauert die Auktion mindestens drei Wochen. So lange haben die Unternehmen bei der Auktion 2015 gesteigert. 181 Bieterrunden waren nötig, 2010 waren es sogar 224 Runden in sechs Wochen. Erst wenn es keine Gebote mehr gibt, endet die Auktion. Das Auktionsverfahren selbst ist so kompliziert, dass es vorab im Februar Bieterschulungen für die Unternehmen gab.

Wie viel Geld nimmt der Staat mit der Auktion ein?
Die Höhe der Erlöse kann niemand seriös vorhersagen. Das Startgebot liegt bei je Block zwischen 1,7 und fünf Millionen Euro. Die Startgebote belaufen sich insgesamt auf 104,6 Millionen Euro. Im Jahr 2000, als die UMTS-Lizenzen versteigert wurden, nahm der Staat 50 Milliarden Euro ein. Zuletzt lagen die Erlöse bei 4,385 Milliarden Euro (2010) und 5,081 Milliarden (2015). Bundesfinanzminister Olaf Scholz rechnet dieses Mal mit Erlösen von vier bis fünf Milliarden.

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Was passiert mit den Erlösen?
Das Geld soll in einen Digitalfonds fließen, aus dem der Bund den weiteren flächendeckenden Ausbau das Glasfasernetzes unterstützen will.

Wie lange dürfen die Unternehmen die Lizenzen nutzen?
Damit die Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit haben, dürfen sie die Lizenzen bis 2040 vermarkten. Eine Verlängerung ist möglich.

Warum haben die Unternehmen gegen die Auktion geklagt?
Die Unternehmen haben in der Tat mit Eilanträgen versucht, die Auktion zu stoppen. Ihr Ziel war es dabei, die Bedingungen für die Auktion noch einmal zu verändern. So hat die Politik mit der Auktion der begehrten 5G-Frequenzen die Mobilfunkunternehmen zwingen wollen, über weiteichende Auflagen Funklöcher zu schließen und zügig das 5G-Netz auszubauen – obwohl es noch keine Geschäftsmodelle, also zahlende Kunden für 5G gibt. Obendrein hat die Bundesnetzagentur noch ein Viertel des Frequenzspektrums für lokale Anwendungen reserviert. Die Lizenzen dafür erhalten etwa Unternehmen, die auf ihrem Firmengelände ein 5G-Netz aufbauen wollen, um ihre Anlagen zu vernetzen. Die Netzbetreiber hingegen sehen gerade dort gute Geschäftsmöglichkeiten, um im Bereich Industrie 4.0 Geld zu verdienen.

Welche Auflagen gibt es?
Die Unternehmen verpflichten sich etwa, 1000 5G-Basisstationen bis Ende 2022 aufzubauen und obendrein noch 500 Stationen mit LTE-Geschwindigkeit in Gebieten, in denen es derzeit keinen Mobilfunk gibt, sogenannte „weiße Flecken“. Ebenfalls bis Ende 2022 soll entlang der Schienenwege mit mehr als 2.000 Fahrgästen pro Tag LTE verfügbar sein, das gilt auch für Autobahnen und wichtige Bundesstraßen, wobei dort nicht nur Datenmengen von 100 Megabit in der Sekunde zur Verfügung stehen sollen sondern auch geringe Datenübertragungszeiten von zehn Millisekunden. Es gibt insgesamt neun Versorgungsauflagen. Für Neueinsteiger, was bei erfolgreichen Geboten Drillisch wäre, gelten diese Auflagen nicht.

Was bedeuten die Auflagen für die Anbieter?
Laut eines Gutachtens der WIK Consult für die Bundesnetzagentur wären allein 26169 Funkstationen nötig, um die Versorgungsauflagen zu erfüllen. Die Kosten allein dafür lägen demnach bei mehr als 1,5 Milliarden Euro je Anbieter. Hinzu käme noch die Anbindung ans Glasfasernetz und der ohnehin geplante Netzausbau in wirtschaftlichen Gebieten. Die Netzbetreiber rechnen selbst mit Investitionen von jeweils 50 Milliarden Euro bei einem flächendeckenden Netzausbau.

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