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28.03.2019

08:50

Weißer Nationalismus und Separatismus

Facebook will stärker gegen rechte Inhalte vorgehen

Von: Julia Rotenberger

Facebook will dem wütenden, weißen Rassisten beikommen: Als Reaktion auf das Christchurch-Attentat verschärft der Konzern die Regeln für Inhalte, die „milderen“ Rassismus postulieren.

Der Konzern will stärker gegen rechte Inhalte vorgehen. dpa

Facebook

Der Konzern will stärker gegen rechte Inhalte vorgehen.

DüsseldorfFacebook will stärker gegen rechte und rassistische Inhalte auf der eigenen Plattform vorgehen. In einem Blogbeitrag vom Mittwochabend hat der Konzern angekündigt, Inhalte, die die Idee eines „weißen Nationalismus“ und „weißen Separatismus“ unterstützen, künftig von der Plattform zu verbannen. Die neue Regel soll ab kommender Woche für Facebook und Instagram gelten.

Wer künftig nach Stichworten sucht, die diesen Ideen zugeordnet werden können, wird auf Rechtsextremismus-Aussteigerseiten weitergeleitet. Auch habe der Konzern die Notwendigkeit erkannt die Hassbeiträge „besser und schneller“ von der Seite zu nehmen. Künstliche Intelligenz solle dem Konzern dabei helfen. „Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben“, heißt es dazu in dem Blogbeitrag.

Die neuen Regeln stellen eine Verschärfung der ohnehin geltenden dar. Die Plattform geht bereits gegen rechtes Gedankengut vor und entfernt Inhalte, die die Vorherrschaft einer weißen Rasse postulieren – also gegen expliziten Rassismus.

Bei Beiträgen zu weißem Nationalismus und Separatismus war Facebook allerdings bislang nicht so streng. Mit weißem Nationalismus und weißem Separatismus sind politische Ideen und Konzepte gemeint, die die Existenz einer weißen Rasse voraussetzen, verbunden mit der Forderung nach Entwicklung und Erhalt einer vermeintlich weißen Identität.

Facebook habe bei seiner früheren Handhabung derartiger Inhalte an ein „breiter gefasstes“ Konzept nationalistischer Ideen gedacht, heißt es in dem Blogbeitrag, etwa an den US-Patriotismus oder an die Baskenbewegung. Allerdings sei die Plattform nach einem Austausch mit Experten zu dem Schluss gekommen, dass weißer Nationalismus und weißer Separatismus „nicht eindeutig“ von Rassismus und von rechtsradikalen Gruppen abgegrenzt werden könne.

Die Initiative kommt wenige Wochen nach dem Attentat im neuseeländischen Christchurch, bei dem 50 Muslime in einer Moschee von einem Rechtsradikalen getötet wurden. Der Mann nutzte Facebook, um ein Manifest mit seinen rassistischen Gedankengut zu veröffentlichen. Außerdem benutzte er die Plattform um die Tat über Video-Liveübertragung zu teilen.

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