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07.07.2022

18:32

Japanischer Großinvestor

Rajeev Misra: Softbanks Fonds-Architekt gibt Leitung des Vision Fund 2 ab

Von: Martin Kölling

Der 60-Jährige ist der Kopf hinter den Vision Funds – und gilt als designierter Nachfolger an der Softbank-Spitze. Doch Misra hat offenbar andere Pläne.

Der ehemalige Deutsche-Bank-Manager gibt einen seiner zahlreichen Spitzenposten bei Softbank ab. Reuters

Rajeev Misra

Der ehemalige Deutsche-Bank-Manager gibt einen seiner zahlreichen Spitzenposten bei Softbank ab.

Tokio Die japanische Softbank ist einer der größten Tech-Investoren der Welt. Einer der Hauptverantwortlichen für diesen Erfolg ist Rajeev Misra, CEO der Fondstochter Softbank Investment Advisors. Misra versucht nun jedoch offenbar, mit mehreren Partnern einen eigenen Investmentfonds aufzubauen. Dafür gibt der Spitzenmanager wenigstens einen Teil seiner Verantwortung im Konzern ab. Das berichtet der Finanzdienst Bloomberg.

Dem Vernehmen nach wird Misra zwar den „Softbank Vision Fund“, das Kernprodukt der Softbank-Gruppe, weiter leiten. Auch den Vizeposten der Softbank Group behält Misra zunächst. Seinen CEO-Posten bei Softbank Global Advisors, die den später aufgelegten „Vision Fund 2“ betreut, gibt er aber voraussichtlich ab. Die Entscheidung darüber sei jedoch noch nicht fix.

Softbank-Gründer Masayoshi Son läuft so mitten in einer Phase finanzieller Rückschläge Gefahr, eine weitere Leitfigur seines Konzerns zu verlieren. Mehr noch, Misra gilt vielen als Sons designierter Nachfolger. Ein Fokus auf einen eigenen Fonds würde diese Nachfolge unmöglich machen.

Misra ist bislang der Dreh- und Angelpunkt der wichtigsten Softbank-Fonds. Seit 2014 strukturiert der ehemalige Topmanager der Deutschen Bank in Sons Diensten immer größere komplexe Deals, die schließlich 2017 im fast 100 Milliarden Dollar großen ersten Softbank Vision Fund gipfelten. 2019 folgte der Vision Fund 2.

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    Doch Misra machte auch durch seine harten Machtkämpfe mit anderen Führungskräften wie Marcelo Claure Schlagzeilen. Zudem häuften sich unter Sons und Misras Führung nach den ersten Erfolgen auch Fehlgriffe und Rückschläge. Der Kollaps des Büroanbieters Wework beschäftige monatelang die globale Finanzwelt. Der Absturz der Tech-Aktien riss dann im Bilanzjahr 2021 auch die Bilanz von Softbank in die Verlustzone.

    Die Softbank-Krise hat schon mehrere Topmanager verschreckt. Erst Anfang des Jahres zog sich Misras Intimfeind Claure zurück, der als Chief Operating Officer unter anderem in den Vorstand der Deutschen Telekom einziehen sollte.

    Schon das traf Son hart. Denn der Kolumbianer war sein Mann für schwere Sanierungsfälle und den Aufbau eines zusätzlichen Investmentfonds in Mittel- und Südamerika.

    Nun steht der 64-jährige Son mehr denn je vor der Herausforderung, seine Nachfolge zu ordnen. Spätestens am 8. August wird er sich zu der personellen Neuordnung seines Imperiums öffentlich erklären müssen. Dann präsentiert Son die Bilanz für das zweite Quartal des seit April laufenden Bilanzjahres. Auch konkret würde Misras Rückzug mehr Arbeit für Son bedeuten: Berichten zufolge würde er den CEO-Posten bei Global Advisors selbst übernehmen.

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