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21.10.2019

17:30

Weconomy-Wettbewerb

Diese Gründerinnen bauen die digitale Lösung für die Leihwirtschaft der Zukunft

Von: Larissa Holzki

ZkSystems erfasst mit der Blockchain die Nutzung von Maschinen. Topmanager bitten Diana Rees und Amine Ünal nach dem Weconomy-Wettbewerb um Rückruf.

Ihre Blockchain-Technologie könnte das Geschäft mit Maschinen und Anlagen revolutionieren. ZkSystems

Amine Ünal (links), Diana Rees

Ihre Blockchain-Technologie könnte das Geschäft mit Maschinen und Anlagen revolutionieren.

Ludwigshafen Maschinen werden bald nicht mehr gekauft, sondern gemietet. Da sind sich Diana Rees, 30, und Amine Ünal, 23, sicher. Die Gründerinnen von ZkSystems tüfteln bereits an der digitalen Lösung für die Probleme, die sich Maschinen- und Anlagenherstellern und ihren Kunden dann stellen werden.

Mit Blockchain-Technologie können sie genau dokumentieren, wie intensiv etwa eine Turbine, ein 3D-Drucker oder ein MRT-Gerät genutzt wurde, und die Daten in das Abrechnungssystem überführen. „Für manche Unternehmen kommen wir genau zum richtigen Zeitpunkt, für andere vielleicht ein bisschen zu früh“, sagt Geschäftsführerin Rees.

Viele Start-ups können mit ihren technologischen Entwicklungen das Geschäftsmodell etablierter Unternehmen radikal verändern. Beim Weconomy-Wochenende in Ludwigshafen haben erfahrene Manager die Chance, das rechtzeitig zu erkennen. Eigentlich sollen zwar die zehn Gewinner des Gründer-Wettbewerbs als Gäste von BASF die Chance bekommen, Führungskräfte aus Konzernen und Mittelstand um Rat und Kontakte in ihr Netzwerk zu bitten.

Doch in vielen Gesprächsrunden kehrt sich die Sache um. Am Ende des Wochenendes haben einige ihre Visitenkarte unter anderem bei Rees und Ünal hinterlassen und um Rückruf gebeten. Die Gründerinnen profitieren allerdings ebenso. Sie wissen jetzt noch besser, worauf es ankommt.

Bei Rees und Ünal diskutierte die Jury aus Beratern, Investoren und Managern schon bei der Auswahl der Sieger angeregt: Werden Maschinen mehr und mehr als Service angeboten? Gibt es ein Vertrauensproblem zwischen Vermieter und Verleiher, das technologisch gelöst werden muss? Können Konzerne das Problem besser lösen als ein Start-up? „Das ist ein riesiges Thema“, erkannte Axel Krieger, der Mitgründer des Finanzinvestors Digital+ Partners.

Viele Vorteile des Verleihens

Die fälschungssichere Blockchain sei eine interessante Technologie dafür und die Unternehmerinnen überzeugend: Diana Rees gründet bereits zum dritten Mal und weiß, was sie tut. „Der Schlüssel für ein Start-up ist, sich in einer schnell wachsenden Nische zu etablieren“, sagt sie.

Traditionell hat der deutsche Mittelstand seine Maschinen gekauft. Und noch hat er in der Regel genügend Geld dafür. Einige Branchen sind jedoch schon mitten im Umbruch, in der Luftfahrtindustrie etwa werden einige Flugzeugbauteile längst verleast, auch Drucker werden quasi als Dienstleistung in die Betriebe gestellt, gewartet und ausgetauscht, wenn sie technologisch überholt oder kaputt sind.

Vorteile des Verleihens gibt es viele: Die Maschinen müssen kundenseitig nicht als Investitionen verbucht werden, sondern werden aus den laufenden Betriebskosten finanziert. Außerdem können sie Maschinen viel flexibler einsetzen.

Für die Maschinen- und Anlagenhersteller ist Vermietung oft ein attraktives Geschäftsmodell, weil sie langfristige Einnahmen erzielen, weitere Dienstleistungen verkaufen können und im Kontakt mit ihren Kunden bleiben. So wissen sie etwa auch, wenn Neukäufe anstehen.

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