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11.10.2018

15:29 Uhr

Martin Seiler

Doppelte Tarifverhandlungen – Bahn-Personalchef steht vor zweiter großer Herausforderung

VonDieter Fockenbrock

Bahn-Personalchef Martin Seiler muss in den Tarifgesprächen mit zwei Gewerkschaften getrennt voneinander Gleichwertiges verhandeln. Keine leichte Aufgabe.

DB: Personalchef steht vor seiner zweiten großen Herausforderung AFP/Getty Images

Martin Seiler

Der Bahn-Personalchef muss so viele neue Mitarbeiter einstellen wie noch nie in der Geschichte des Staatskonzerns.

BerlinSeine erste große Herausforderung bei der Deutschen Bahn scheint Martin Seiler mühelos zu meistern. Der Staatskonzern muss so viele neue Mitarbeiter einstellen wie noch nie. 20.000 sollen es 2018 werden, dem ersten Jahr des 54-jährigen als Personalvorstand. 17.000 Verträge sind per Ende August rausgeschickt.

Seilers Zwischenbilanz kann sich sehen lassen. Dafür hat sich der langjährige Betriebsrat und spätere Personalmanager bei Post und Telekom auch Unkonventionelles einfallen lassen. Azubi-Kandidaten müssen keine Bewerbungsschreiben mehr formulieren, neue Eisenbahner über 50 werden von der Bahn besonders umworben.

Seilers zweite Herausforderung ist dagegen eine harte Bewährungsprobe. Mit zwei Gewerkschaften muss er nun parallel neue Tarifverträge für 160.000 Eisenbahner in Deutschland verhandeln. Diese Verträge sollen „widerspruchsfrei“ sein, wie Seiler es immer etwas hölzern, aber politisch korrekt formuliert.

Kunst des Kompromisses

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Sein Problem: Seitdem die Lokführergewerkschaft GdL unter Führung des arbeitskampferprobten Claus Weselsky den Anspruch erhebt, auch für das Zugpersonal zu verhandeln, ist Dampf in den Tarifverhandlungen. Einerseits will der Staatskonzern unbedingt verhindern, dass etwa Zugbegleiter unterschiedlich bezahlt werden, nur weil sie Mitglieder verschiedener Gewerkschaften sind. Andererseits wollen GdL und Eisenbahnergewerkschaft EVG beweisen, dass sie die jeweils bessere Gewerkschaft sind.

Auf den ersten Blick ein kaum lösbarer Zielkonflikt. Doch badisch zu sein heißt, die Kunst des lebenswerten Kompromisses zu beherrschen. Und Seiler kommt unüberhörbar aus Baden.

Deshalb geht er auch mit Zuversicht in die Verhandlungen. Wenn ihn etwas beunruhigt, dann sind es keine streiklustigen Lokführer, sondern mögliche Tarifkompromisse, die seine perfekte Einstellungswelle stören könnten.

Denn noch mehr Freizeit und zu viel Flexibilität bei den Arbeitszeiten kann die ohnehin unter Personalmangel leidende Bahn nun gar nicht gebrauchen.

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