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17.11.2021

18:43

Auffrischungsimpfungen

Handelsblatt-Umfrage: Unternehmen wollen Boosterimpfungen über Betriebsärzte anbieten

Von: Michael Scheppe, Anja Müller

Viele Firmen planen wieder Impfungen an ihren Standorten. Sie dürften wegen der inzwischen geschlossenen Impfzentren eine wichtige Rolle in der Pandemiebekämpfung spielen.

Booster-Impfungen soll es künftig auch in den Betrieben geben. dpa

Corona-Impfung

Booster-Impfungen soll es künftig auch in den Betrieben geben.

Düsseldorf Große Unternehmen in Deutschland setzen auf „Boosterimpfungen“ für ihre Beschäftigten über Betriebsärzte. Das zeigt eine Handelsblatt-Umfrage unter ausgewählten Dax-40-Konzernen und großen Familienunternehmen.

So will etwa der Pharmakonzern Sartorius seine Impfstraßen bereits in der kommenden Woche wieder reaktivieren, Volkswagen plant das für Ende November, SAP, Covestro oder Henkel wollen im Dezember starten und Siemens im Januar.

Anette Wahl-Wachendorf vom Präsidium des Verbands der Betriebsärzte bestätigt das: „Viele Kollegen stehen wieder in den Startlöchern und wollen Auffrischungsimpfungen verabreichen.“ Die Firmen würden über eine verstärke Nachfrage ihrer Beschäftigten nach Boosterimpfungen berichten. Erste Firmen würden ihre Impfstraßen wieder in großem Stil reaktivieren, so Wahl-Wachendorf, andere würden das in kleinerem Rahmen aufsetzen.

Viele Details sind noch nicht geklärt, etwa ob es eine Priorisierung der Impfberechtigten geben wird. Die Betriebsärzte wollen sich an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) halten, berichtet Wahl-Wachendorf.

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    Bislang hatte die Stiko Auffrischungsimpfungen nur für über 70-Jährige und vulnerable Gruppen empfohlen. Stiko-Chef Thomas Mertens kündigte allerdings am Dienstagabend im ZDF an, dass man den Booster für alle ab 18 Jahren empfehlen werde.

    Die Boosterimpfungen über Betriebsärzte könnten von entscheidender Bedeutung für die noch stockenden Auffrischungen werden. Impfzentren sind vielerorts geschlossen worden, Hausärzte sind mitunter überlastet, vor Impfmobilen bilden sich lange Schlangen. Die 12.000 Betriebsärzte haben einen direkten Zugang zu den 45 Millionen Beschäftigten. Zudem verfügen viele Firmen etwa durch Grippeschutzimpfungen bereits über Erfahrung.

    Im Sommer war der Impfstoff knapp

    Die Betriebsärzte wurden bereits bei den Erst- und Zweitimpfungen eingebunden, allerdings erst im Juni und damit deutlich später als die Impfzentren und Hausärzte. Ein Grund war der damals noch knappe Impfstoff. Vielen Firmen wurden Vakzine zunächst auch nicht in ausreichendem Maße geliefert, sodass sich viele Beschäftigte schließlich andernorts impfen ließen.

    So plädiert der Triebwerkshersteller MTU dieses Mal für ein „frühzeitiges Einbinden“ der Betriebsärzte.

    Im großen Stil dürften die hiesigen Unternehmen ab Mitte Dezember impfen, erwartet der Verband der Betriebsärzte, weil dann ein halbes Jahr seit Juni vergangen ist. Die Stiko empfiehlt derzeit eine Wartezeit von sechs Monaten nach der zweiten Impfung.

    Die Allianz und Puma wollen in Kürze jenen Beschäftigten eine Auffrischungsimpfung anbieten, die mit dem Vakzin von Johnson & Johnson (J&J) immunisiert wurden. Die Schutzwirkung des Einmalimpfstoffs soll rasch nachlassen. Betriebsärzte hatten vereinzelt J&J verimpft, zum Großteil kam das Vakzin von Biontech/Pfizer zum Einsatz.

    BASF zählte neben VW zu den Konzernen, die im Rahmen eines Pilotprojekts schon im Frühsommer erste Impfungen angeboten haben. Das Impfzentrum soll für Corona-Auffrischungsimpfungen nach Ende der Grippeschutzimpfaktion im Dezember zur Verfügung stehen – und zwar für alle Beschäftigten, „unabhängig davon, ob sie ihre ursprüngliche Impfung bei BASF oder woanders erhalten haben“.

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