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14.02.2019

04:10

Daniel Kollmann

Start-up Vivelia bietet mentales Training per Videochat

Von: Maike Telgheder

Stress wirkt sich negativ auf den Beruf aus. Ein Start-up hilft bei Konfliktbewältigung – den Service buchen immer mehr Firmen für ihre Mitarbeiter.

Das Start-up Vivelia hat bislang 50.000 Sitzungen durchgeführt. Vivelia

Daniel Kollmann

Das Start-up Vivelia hat bislang 50.000 Sitzungen durchgeführt.

Düsseldorf Ehekrise, Burn-out, Ärger mit den Kollegen oder den Kindern – immer mehr Menschen sind gestresst und können nicht abschalten. Das wirkt sich auch negativ auf ihre Leistung im Beruf aus. Daniel Kollmann und sein Start-up Vivelia bieten Unternehmen an, ihren Mitarbeitern bei der mentalen Bewältigung solcher Probleme zu helfen: mit Coaching, Konfliktbewältigung und Psychotherapie.

Das funktioniert vor allem über eine Video-Sprechstunde, aber auch per Chat, E-Mail und vor Ort in den Räumen von Vivelia in Berlin. „Unternehmen buchen für ihre Mitarbeiter Beratungsstunden bei uns etwa zur Bewältigung von Konflikten, für den Umgang mit Rollen und auch die Entwicklung von Führungskräften“, sagt Kollmann.

Aber auch Privatpersonen können sich Rat holen bei den zehn Psychologen mit Coaching-Hintergrund und den beiden Psychotherapeuten, die Vivelia angestellt hat.

Im Bedarfsfall vermittelt das Unternehmen die Klienten auch an Psychotherapeuten in Wohnortnähe. Dazu arbeitet Vivelia mit einem Netzwerk von bundesweit mehr als 100 Therapeuten zusammen. Ursprünglich hatte Kollmann Vivelia 2014 gegründet, um psychotherapeutische Beratung zu bieten, die von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird. Aber in diesem hochregulierten Markt Fuß zu fassen ist schwer.

So konzentrierte sich Vivelia auf selbst zahlende und privat versicherte Klienten – und mittlerweile verstärkt Unternehmenskunden. Namen nennt Kollmann nicht, aber die Kunden reichten vom Start-up bis zum Mittelständler.

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„Wenn man davon ausgeht, dass im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement etwa 15 Prozent der Ausgaben für mentale Gesundheit ausgegeben werden, entsteht ein Markt, der 1,8 Milliarden Euro groß ist“, benennt Kollmann das Marktpotenzial in Deutschland.

Viele kleine Anbieter tummeln sich in solchen Programmen zur Unterstützung von Mitarbeitern. Aber auch große Klinikkonzerne wie Asklepios bauen das Geschäft gezielt aus. Der 36-jährige Kollmann, Wirtschafts- und Politikwissenschaftler, hat schon einmal gegründet. 2010 hob er mit einem Schulfreund die Firma Massivkonzept aus der Taufe.

Der Onlineanbieter für maßgefertigte Möbel wurde schnell zur Erfolgsstory und 2013 für mehr als 20 Millionen Euro an die amerikanische Shoppingplattform Fab verkauft. Kollmann investierte danach in den Gesundheitsmarkt und baute Vivelia auf, das heute 25 Mitarbeiter beschäftigt.

50.000 Sitzungen hat die Firma bisher durchgeführt. 2017 stieg die Reha-Klinikgruppe Dr. Becker als Minderheitsinvestor bei Vivelia ein. Die Klinikgruppe mit mehr als 1650 Mitarbeitern hat einen Behandlungsschwerpunkt im Bereich Psychosomatik und Psychotherapie. „Menschen, die zu uns in die Rehakliniken kommen, haben meist schon lange in ihrem Berufsalltag gelitten“, sagt Petra Becker, die mit ihrer Schwester Ursula die Kliniken führt. „Wir meinen, dass man schon viel früher ansetzen müsste, um ihnen zu helfen. Das war ein Beweggrund, warum wir bei Vivelia eingestiegen sind.“
Becker will sich im Austausch mit Vivelia Ideen holen. „Videosprechstunden können stationäre Reha flexibler machen, weil sie überall verfügbar sind. Vielleicht ist es eines Tages möglich, via Video eine Nachbetreuung unserer Klienten aufzusetzen“, sagt die Firmenchefin.

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