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18.02.2010

14:58

Drogerie-Unternehmer

Wie Dirk Roßmann Mitarbeiter führt

Von: Mark C. Schneider

Für Drogerie-Unternehmer Dirk Roßmann ist soziales Engagement von Unternehmen selbstverständlich: Vor fast zwanzig Jahren gründete er gemeinsam mit dem Unternehmer Erhard Schreiber die „Deutsche Stiftung Weltbevölkerung“. Mit dem Handelsblatt spricht er über die Ziele der Stiftung und den Zusammenhang mit der Menschenführung in seinem Unternehmen.

Dirk Roßmann engagiert sich auch sozial. dpa

Dirk Roßmann engagiert sich auch sozial.

Handelsblatt: Herr Roßmann, wie kommt ein Drogerieunternehmer dazu, ein Stiftung zur Begrenzung der Weltbevölkerung zu gründen?

Dirk Roßmann: Den starken Anstieg der Weltbevölkerung habe ich früh als schwieriges Problem gesehen. Jedes Jahr kommen 80 Mio. Menschen dazu. Es gibt fast 200 Millionen Paare, die keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben. Dabei erfordert Abhilfe wenig Geld. Nur elf Euro kostet es im Jahr, ein Paar mit Kontrazeptiva zu versorgen. Als ich den Hannoveraner Unternehmer Erhard Schreiber kennengelernt habe, hat er mich davon überzeugt, wie wichtig dieses Engagement für unseren Globus ist.

HB: Was haben Sie erreicht?

Roßmann: Die Stiftung wurde 1991 gegründet. Seitdem hat die Stiftung rund 20 Millionen Männern und Frauen bei der Familienplanung geholfen. Heute liegt der Jahresetat bei sechs Millionen Euro, die vor allem Afrika zugute kommen.

HB: Was hat sich seit den Anfängen verändert?

Roßmann: In den vergangenen zehn Jahren ist mit HIV ein neues Thema dazugekommen. Präservative helfen nicht nur bei der Familienplanung, sondern schützen vor Aids. In manchen Ländern Afrikas liegt die Infektionsquote bei 20 bis 30 Prozent. Unternehmen in Südafrika stellen teilweise drei Mitarbeiter für eine Position ein, weil die Infektionsraten so hoch sind.

HB: Sehen Sie Fortschritte?

Roßmann: In unserer Arbeit schon. Mutlos macht mich aber, dass viele afrikanische Regierungen korrupt sind. Sie machen kaputt, was wir aufbauen. Dazu kommt die offizielle Haltung der katholischen Kirche in Bezug auf Verhütungsmittel. Das ist für unsere Arbeit kontraproduktiv.

HB: Wie halten Sie es mit der Religion?

Roßmann: Ich bin kein religiöser Mensch. Ich bin zwar evangelisch aufgewachsen, aber an einen „lieben Gott“ im Himmel glaube ich nicht. Was mir jedoch gefällt, ist die Balance des christlichen Gebotes: „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Nur in der Geborgenheit der Gemeinschaft sind wir glückliche Menschen, aber die Eigenliebe sollte man dabei nicht vergessen. Das versuche ich zu leben.

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Kommentare (2)

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WPITZ

18.02.2010, 17:38 Uhr

Es ist beruhigend zu sehen, daß es nicht nur Unternehmen und Unternehmer gibt, die allein eine Denke haben: Kohle und Ego. Richtig ist, daß Erfolg auf Dauer nur der hat, der Qualität in Produkt, Preis und Personal als Leitgedanke hat. Es ist auch ein Naturgesetz, daß der Gierige und Maßlose im Chaos landet, irgendwann zwar erst, aber mit tödlicher Sicherheit. Es wäre schön, wenn die Zunft der Medien die Rossmann's und Co in ihrer Art mehr in den sichtbaren Raum stellen würden, um den Menschen aufzuzeigen, daß es neben der aktuell eher schalen Politikergarde auch noch führende Personen gibt, welche was tun und nicht nur reden.

wolfgangangpook

21.12.2011, 22:44 Uhr

ja klar, Utergebene zu unterdrücken und zu Duckmäuser machen.Das zu Personen die sich für leitende Personen halten und Zeitarbeiter die schon einige Zeit dort Arbeiten mit fingierten Argumenten hinauskaputillieren.

Danke

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