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18.11.2019

13:22

Ecem Yüksel

Diese Deutschtürkin bringt Multikulti in die Streaming-Welt

Von: Fulya Çayir

Mit ihrer Videoplattform Bunto TV will die Unternehmerin Ecem Yüksel im Streamingmarkt mitmischen. Gegenüber Youtube schaltet sie auf Angriff.

Die Chefin von Bunto TV will künftig auch arabische und russische Zuschauer erreichen. buntoTV

Ecem Yüksel

Die Chefin von Bunto TV will künftig auch arabische und russische Zuschauer erreichen.

Düsseldorf Es ist ein typischer Freitagabend: Auf einem Tablett serviert Ecem Yüksels Mutter türkischen Schwarztee und geröstete Sonnenblumenkerne. Im heimischen Fernseher läuft die Lieblingsserie der Familie. Da die Serien im türkischen Fernsehen in Originalsprache gesendet werden, versteht der deutsche Besuch kein Wort. Also wird Ecem Yüksel zur Simultanübersetzerin.

Diese Szene aus dem Jahr 2016 beschreibt die 24-jährige Deutschtürkin als Schlüsselmoment, der zu ihrer Unternehmensgründung geführt hat: Bunto TV. Der Fantasiename sei klar vom Adjektiv bunt inspiriert, erklärt die junge Frau mit blondiertem Haar. „Bunto TV soll für Vielfalt und für verschiedene Kultureinflüsse stehen“, sagt Yüksel.

Denn ihr Unternehmen ist eine Video-on-Demand-Plattform für zunächst türkische Serien. Nutzer sollen auf der durch Werbung finanzierten Onlineplattform kostenlos Premiuminhalte streamen. Ihre Zielgruppe will sie erweitern.

Dann sollen nicht nur Menschen mit türkischem Migrationshintergrund ihre Lieblingsserien auf der Plattform finden, sondern auch russische und arabischsprachige Zuschauer. Um auch deutschsprachige Zuschauer einzubeziehen, hat Bunto TV intern mit der Synchronisation ausgewählter Serien begonnen.

Darüber hinaus können die Nutzer von ihrer Plattform über die Kommentarfunktion mit anderen Nutzern kommunizieren. Yüksel setzt zudem auf interaktive Votings und Gewinnspiele, um die Zuschauer zu binden.

Dass diese Inhalte bisher auf You‧tube zugänglich waren, ist der Gründerin ein Dorn im Auge. Mithilfe ihres siebenköpfigen Teams will sie die türkischen Sender und Produktionsfirmen darauf aufmerksam machen, dass ihre kostspielig produzierten Inhalte an Wert verlieren, wenn Nutzer sie neben selbst produzierten Teenie-Videos streamen können. Die Verträge lässt Yüksel so aufsetzen, dass sie die Übertragung auf Youtube verbieten, wenn die Produktionshäuser mit Bunto TV zusammenarbeiten.

Konkurrenzfähig gegenüber den globalen Playern wie Netflix oder Amazon Prime ist die Plattform nicht. „Bunto TV ist ein Nischenprodukt und füllt eine kleine Lücke aus“, erklärt Yüksel ihr Geschäftsmodell.

Zu ihren größten Unterstützern zählt ihr Vater, der IT-Dienstleister ist und die Muttergesellschaft von Bunto TV, Global Video Network, gegründet hat. Dort startete Bunto TV zunächst als Projekt, das Yüksel eigenverantwortlich leiten durfte, bis sie Ende 2018 eine Tochtergesellschaft daraus machte.

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