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04.01.2019

02:02

Gründer Stefan Holwe

Wie das Start-up Horizn aus Koffern rollende Reiseassistenten macht

Von: Miriam Schröder

Handy laden, Hotel buchen, Flug stornieren: Gründer aus Berlin arbeiten daran, Reisegepäck smart zu machen. Ihr Ziel ist, das „Nike des Reisens“ zu werden.

Seine Koffermarke soll das „Nike des Reisens“ werden. Horizn Studios

Stefan Holwe

Seine Koffermarke soll das „Nike des Reisens“ werden.

Berlin Auf den Bürgersteigen von Berlin bis Barcelona gehören sie fest zur Geräuschkulisse: die rollenden Koffer der Generation Airbnb. Weil es unter den etablierten Kofferherstellern keine Marke gab, die seiner Vorstellung vom digitalen Lifestyle entsprach, gründete Stefan Holwe, 42, vor dreieinhalb Jahren Horizn Studios.

Wie das Handelsblatt exklusiv erfuhr, hat das Start-up gerade eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen: Investoren wie Project A, Milano Investment Partners oder Vorwerk Ventures investieren zehn Millionen Euro. Damit haben Holwe und sein Partner Jan Roosen, 39, nun insgesamt 25 Millionen Euro für ihre Mission eingesammelt: das „Nike des Reisens“ werden, das Gepäckstück zum Gesprächsthema machen.

Sie entwarfen einen Koffer, der ein Smartphone oder ein Tablet aufladen kann. Namhafte Designer haben mit hochwertigen Materialien gearbeitet. Und trotzdem bewegt sich der Koffer in einem mittleren Preissegment, weil er direkt vertrieben wird, ohne Zwischenhändler.

Inzwischen hätten sie eine sechsstellige Stückzahl verkauft, berichtet Holwe. Der Vertrieb läuft hauptsächlich über Social Media. Ihre erste Zielgruppe, sagt Holwe, sei die „Creative Class“, coole, junge Leute, die den Trend kreieren, dem die kaufkräftige Masse später folgt.

Deshalb gibt es auch einen DJ-Koffer von Horizn Studios. Holwe, der gern mit dem Surfbrett unter dem Arm verreist und zuvor eine Agentur für digitales Marketing gründete, die er an IBM verkaufte, lebt in dem Start-up seine Leidenschaften aus.

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70 Mitarbeiter arbeiten in Berlin für die Firma. 60 Prozent des Umsatzes stammen aus dem europäischen Ausland. In Deutschland könnten sie mit dem Verkauf ihrer Koffer schon profitabel sein, meint Holwe. Ihr Ziel aber sei weiteres Wachstum. Ab 2020 werden die Koffer auch international vertrieben, und in diesem Jahr startet Horizn Go: ein digitaler Assistent, mit dem der Kunde ein Hotel buchen oder seinen Flug stornieren kann, während sein Koffer über den Bürgersteig rollt.

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