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26.09.2018

15:57

Gründer von Instana

Mirko Novakovic setzt auf künstliche Intelligenz statt Küchenmesser

Von: Johannes Steger

Solingen gilt als Heimat der Klingenherstellung. 30 Millionen Dollar von der US-Westküste gehen nun aber an ein Start-up der Tech-Branche.

Der Gründer von Instana hat eine spezielle Strategie: Marketing-Geist aus dem Silicon Valley und Entwicklerkompetenz aus Deutschland. Instana

Mirko Novakovic

Der Gründer von Instana hat eine spezielle Strategie: Marketing-Geist aus dem Silicon Valley und Entwicklerkompetenz aus Deutschland.

Solingen Technologischer Vorsprung hält sich nicht an geografische Bedingungen – zumindest nicht in Deutschland. Also dem Land, in dem Weltmarktführer gern einmal tief in der Provinz wirtschaften. Auch bei denen, die vielleicht einmal die nächste Generation von Weltmarktführern stellen, ist das offenbar so.

In Solingen jedenfalls sitzt nicht nur der Messer- und Kochgeschirrspezialist Zwilling J. A. Henckels, gegründet 1731, sondern auch das Start-up Instana, das von einem deutsch-amerikanischen Gründerquartett mit Geschäftsführer Mirko Novakovic 2015 gegründet wurde.

Das Zusammenspiel der Mentalitäten war dem Solinger Novakovic wichtig: Für das Marketing-Know-how und den Vertriebsgeist brauche es die Herangehensweise des Silicon Valley, die Entwicklerkompetenz sollte aber in Deutschland bleiben. Nun kommt auf jeden Fall erneut viel Geld nach Solingen, in der dritten Finanzierungsrunde erhalten Novakovic und seine Mitgründer 30 Millionen Dollar.

Novakovic hat bereits Erfahrung mit Unternehmensgründungen: 2005 war er Mitgründer des Solinger Softwareentwicklers Codecentric. Dort saß er bis 2016 im Vorstand. Vorher arbeitete der 42-jährige Familienvater unter anderem als Software-Entwickler und Berater bei IBM.

Mit Instana haben sich er und seine Mitgründer auf das sogenannte Application Performance Management, kurz APM, spezialisiert. Die Software des Unternehmens überwacht die Seiten von Onlineshops, ob sie zum Beispiel stabil laufen oder gut erreichbar sind.

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Ein Mensch könne das nicht mehr leisten, erklärt Novakovic: „Wir haben einen Ansatz entwickelt, der auf maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz basiert.“ Der Markt dafür ist groß. Die Marktforscher von Gartner bescheinigten dem Geschäft mit APM-Lösungen ein großes Wachstumspotenzial. 2016 wuchs der Markt um 13 Prozent. Bis 2020 soll das Marktvolumen auf 5,6 Milliarden Dollar steigen – dank zunehmender Cloud-Anwendungen und des Internets der Dinge. Zu den Kunden von Instana zählen denn auch prominente Namen wie Audi, Sixt oder Yahoo Japan.

So haben die Solinger bereits in der ersten und zweiten Finanzierungsrunde hohe Millionenbeträge eingesammelt, unter anderem von Accel. Der Wagniskapitalgeber hatte einst auch in Facebook investiert. Accel glaubt an das Gründungsquartett um Novakovic: „Das Team besitzt die seltene Kombination aus Technologiewissen, Erfahrungen über das Bauen eines Unternehmens und Vertriebs-DNA“, sagt Harry Nelis, Partner bei Accel.

Und er ist nicht allein: Nun schließen Novakovic und seine Mitgründer die dritte Finanzierungsrunde mit 30 Millionen US-Dollar ab, angeführt von Meritech Capital, einem bekannten Spätphaseninvestor aus dem Silicon Valley, der bereits in Technologieunternehmen wie Box oder Tableau investiert hat.

Als Gründer pflege er den Kontakt zu Investoren, erzählt Novakovic: „Aber wenn dann aus einem Kaffee im Valley tatsächlich ein Investment wird, dann ist es natürlich schon etwas Besonderes.“ Gerade wenn es von so namhaften Investoren komme. Mit dem Geld wollen er und seine Mitgründer vor allem das Marketing und den Vertrieb ausbauen. Ein Drittel der 110 Mitarbeiter arbeitet bislang im Ausland – in 19 Ländern. Nun sollen weitere folgen.

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