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30.04.2019

10:36

Logistikbranche

Ferry Heilemanns digitale Spedition Freighthub bekommt frisches Kapital

Von: Peter Brors

Der Konzerngründer mischt die Logistikbranche weiter auf: Von der Containerreederei Moeller-Maersk kommt neues Geld, von DHL ein erfahrener Manager.

Michael Wax (links), Ferry Heilemann und Erik Muttersbach (rechts). Jennie Schwartz

Das Gründerteam von Freighthub

Michael Wax (links), Ferry Heilemann und Erik Muttersbach (rechts).

Berlin Anomalie heißt der angesagte Berliner Club im Bezirk Prenzlauer Berg/Pankow, in dem die Belegschaft von Freighthub den dritten Geburtstag ihrer Firma feierte. Mitte April kamen mehr als 150 Mitarbeiter „zu einer sehr langen Nacht“, wie Firmenchef Ferry Heilemann berichtet.

Einer Nacht, in der der Gründer im Gespräch mit den Beschäftigten keinen Zweifel daran ließ, dass die „erste digitale Spedition Europas“ auch in Zukunft weiter zügig expandieren will. Dafür hat der Chef soeben weitere 30 Millionen Dollar Risikokapital bei namhaften Investoren eingesammelt. Womit sich die gesamte Finanzierung auf inzwischen 53 Millionen Dollar summiert.

Heilemann, der mit Anfang 30 schon seine dritte Firma gegründet hat, ist damit ein besonderer Coup geglückt. Denn das frische Kapital kommt aus der eigenen, noch weithin analog arbeitenden Sparte. Außerdem ist es ihm gelungen, einen branchenerfahrenen Topmanager zu gewinnen.

Das Geschäftsmodell von Freighthub sieht vor, Frachtkunden mit Reedern und Lastwagen-Transporteuren auf einer digitalen Plattform zusammenzubringen. Und darüber hinaus die gesamte Dienstleistung auch abzuwickeln, also den physischen Transport der Waren samt Verzollung und Versicherung.

Dazu kauft Freighthub freie Kapazitäten bei großen Logistikkonzernen wie etwa Moeller-Maersk und Lufthansa Cargo ein. Heilemann meint: „Die bloße Onlinevermittlung von Containerkapazitäten bringt den Kunden zu wenig Mehrwert. Wir müssen schon die komplette Lieferkette anbieten.“

Die neuen Gründer –  Freighthub : Von Tür zu Tür über die Weltmeere

Die neuen Gründer – Freighthub

Von Tür zu Tür über die Weltmeere

Vor fünf Jahren haben die Heilemann-Brüder ihr Start-up Daily Deal für 100 Millionen verkauft – nun verschiffen sie Container. Freighthub soll ihr Meisterstück werden. In der Branche werden sie skeptisch beäugt.

Dazu braucht es Kapital, das der Berliner Firma nun von außen neuerlich injiziert wird. „Freighthub ist ein gut geführtes Unternehmen mit einer vielversprechenden Technologie für digitale Speditionen“, urteilt Jeppe Høier, Partner bei Maersk Growth, der Venture-Capital-Gesellschaft unter dem Dach der weltgrößten Containerreederei Moeller-Maersk.

Der dänische Logistikkonzern hat sich wie die Bestandsinvestoren Northzone, Cherry Ventures und der GFC-Fonds von Oliver Samwer an der Kapitalerhöhung beteiligt. Maersk-Manager Høier sagt: „Wir glauben an die Kooperation und Lernerfahrung im gesamten digitalen Ökosystem der Branche.“

Manager von DHL ins Boot geholt

Um das angestrebte Wachstum auch vernünftig managen zu können, hat sich Freighthub zudem die Dienste eines in der Branche erfahrenen Managers gesichert: Martin Fritsch. Der 52-Jährige kommt von DHL, wo er zuletzt als Chief Financial Officer für die bereichsübergreifende Einheit Customer Solutions & Innovations wirkte.

Als CFO bildet Fritsch künftig mit Heilemann (CEO), Erik Muttersbach (Chief Technology Officer), Michael Wax (Chief Commercial Officer) und Michael Ardelt (Chief Operating Officer) den Vorstand. Personelle Wechsel hat es auch im Aufsichtsrat gegeben. Dort scheidet Burkhard Schwenker aus.

Der ehemalige Chef der Unternehmensberatung Roland Berger bleibt als „privater „Kleinaktionär“, wie er es selbst ausdrückt, Freighthub indes eng verbunden. Neu im Aufsichtsgremium wird Maersk-Manager Høier sitzen, ebenso wie Timur Boridko als Abgesandter des Venture-Capital-Fonds Rider Global, der vom russischen Gründer Alexander Eliseev gesteuert wird und der sich auch an Freighthub beteiligt hat.

Mit dem frischen Geld will Heilemann die Expansion vor allem in Asien vorantreiben: „Da schadet internationale Expertise wie jene aus Russland sicher nicht.“

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