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24.06.2022

10:10

Modehandel

Zalando streicht Prognose zusammen – Aktie bricht ein

Von: Anja Müller

Das Modeportal warnt vor deutlich geringerem Wachstum im zweiten Quartal. Im schlechtesten Fall könne der Umsatz stagnieren.

Der Online-Versandhändler erwartet geringere Gewinne als bislang angenommen. imago images/Zoonar

Zalando-Firmenzentrale in Berlin

Der Online-Versandhändler erwartet geringere Gewinne als bislang angenommen.

Düsseldorf Der Dax-Konzern Zalando hat seine Prognose korrigiert. „Zalando geht nun von makroökonomischen Herausforderungen aus, die länger anhalten und intensiver sein werden als zunächst angenommen“, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstagabend nach Börsenschluss. Bisher hat Zalando ein Wachstum am unteren Ende einer Spanne von zwölf bis 19 Prozent in Aussicht gestellt. Anfang Mai war Europas größtes Modeportal noch von einer Erholung der Verbraucherstimmung ausgegangen.

Für das zweite Quartal 2022 erwartet das Unternehmen nun ein geringeres Umsatz- und Gewinnwachstum als bisher auch von den Analysten prognostiziert. Der Umsatz könne sogar stagnieren oder bestenfalls um drei Prozent auf 10,7 Milliarden Euro wachsen. Das bereinigte Ebit soll zwischen 180 und 260 Millionen Euro liegen. Man sei aber profitabel im zweiten Quartal, heißt es in der Mitteilung weiter.

Co-CEO Robert Gent sagt: „Während das aktuelle Umfeld zwar unsere finanzielle Entwicklung negativ beeinflusst, bleiben unsere Strategie und langfristigen Ziele unverändert.“

Die Aktien des Online-Modehändlers brachen am Freitagmorgen ein und fiel zwischenzeitlich um bis zu 18 Prozent auf 20,94 Euro. Damit lag der Kurs unter dem Ausgabepreis beim Börsengang aus dem Jahr 2014 von 21,50 Euro. Zuletzt lag das Minus bei rund 15 Prozent.

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    Ein Händler sagte, der neue Ausblick von Zalando sei viel schlimmer als befürchtet. Ähnlich sahen es die Analysten von JP Morgan, die das Ausmaß der Prognosesenkung als größer als erwartet bezeichneten und erklärten, sie könnten trotz des Ausverkaufs noch nicht empfehlen, in den Sektor einzusteigen.

    Zalando hatte bei der Vorlage für das erste Quartal bereits den ersten Umsatzrückgang seit der Gründung und einen bereinigten Betriebsverlust von knapp 52 Millionen Euro vermelden müssen. Auch die Investitionen werden im laufenden Geschäftsjahr etwas niedriger ausfallen. Statt 400 bis 500 Millionen Euro sollen es noch 350 bis 400 sein.

    In der Coronakrise gehörte Zalando wie Asos und Boohoo aus Großbritannien und About You aus Hamburg zu den Gewinnern, weil viele Menschen wegen geschlossener Läden online Kleidung und Kosmetik kauften. Nun besuchen die Kunden wieder verstärkt Modeläden und halten sich zudem mit Blick auf ihr Portemonnaie beim Einkaufen stärker zurück. Die Inflation im Euro-Raum war im Mai auf ein Rekordniveau von 8,1 Prozent nach oben geschnellt.
    Mit Agenturmaterial

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