MenüZurück
Wird geladen.

14.02.2019

16:55

Modekonzern

Mode-Erbe Tomaso Trussardi wagt einen Neustart in Mailand

Von: Regina Krieger

Der junge Erbe der Mode-Dynastie holt sich einen Investmentfonds aus Italien ins Haus. So soll die darbende Marke neu erstarken.

Promipaar mit Modefaible. action press

Tomaso Trussardi und Michelle Hunziker

Promipaar mit Modefaible.

RomSchon im Dezember war der Deal eingefädelt worden, aber erst diese Woche wurde er spruchreif: Der italienische Investmentfonds QuattroR übernimmt mit 60 Prozent die Mehrheit bei Trussardi, der Mailänder Modemarke mit dem Windhund als Logo.

„Ich bin sehr zufrieden über den Abschluss. Jetzt haben wir die besten Bedingungen, um das von meinem Vater Nicola geschaffene Projekt für die Familie voranzutreiben“, sagte Tomaso Trussardi, der mit dem Neustart vom CEO des Familienunternehmens zum Verwaltungsratschef aufrückt.

Der 35-Jährige steht seit 2014 zusammen mit seiner Mutter an der Spitze der Modemarke. Im selben Jahr heiratete er die Schweizerin Michelle Hunziker, die in Italien und auch in Deutschland als Fernsehmoderatorin bekannt ist. Seitdem ist der Unternehmer häufig in den bunten Blättern abgebildet. Hunziker, die in erster Ehe mit dem Sänger Eros Ramazotti verheiratet war, macht seitdem auch Werbung für Trussardi, vor allem für die Handtaschen.

Doch das Unternehmen, das neben Lederwaren und Kleidung auch Parfums und Brillen produziert, lief zuletzt nicht gut. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 150 Millionen Euro. Die Firma ist in 47 Ländern präsent. 2017 verbuchte Trussardi gar einen Verlust von 30,6 Millionen Euro.

Über die Gründe wird in Mailand nur gemunkelt: Zum einen liegt es an der langen Krise, die Italien mehr traf als andere Länder. Zum anderen wachsen die Herausforderungen der internationalen Märkte, die auch anderen Vertretern des „Made in Italy“ zu schaffen machen.

Influencermarketing: Das Comeback der Fashion Shows

Influencermarketing

Das Comeback der Fashion Shows

Influencer bringen Luxusmarken auf den Modenschauen in Mailand, New York und Paris Millionen. Ihr Anteil an der Medienwirkung wächst rasant.

Immerhin, es ist kein Ausverkauf. Der italienische Fonds QuattroR, an dem auch die staatliche Förderbank CDP beteiligt ist, hat es sich zum Ziel gesetzt, kleinen und mittleren Unternehmen in Italien zu helfen. Sie sind das industrielle Rückgrat des Landes. „Unser Kapital wird eingesetzt für ein sehr ehrgeiziges Projekt in einer Branche, die für die Wirtschaft des Landes sehr wichtig ist“, sagte Andrea Morante, Präsident von QuattroR. Gerade erst teilte das nationale Statistikamt Istat mit, dass die heimische Mode- und Textilindustrie 2018 um drei Prozent zugelegt hat.

Andere italienische Modeunternehmen dagegen haben verkauft – meist an die großen Luxuskonglomerate wie LVHM oder Kering. Dazu zählen Ikonen des „Made in Italy“ wie Valentino, Bulgari, Loro Piana und Roberto Cavalli. Vor Kurzem hat der Amerikaner Michael Kors das italienische Modehaus Versace für 1,8 Milliarden Euro komplett übernommen.

Tomaso Trussardi dagegen will das Erbe und das „Projekt“ des Vaters Nicola fortsetzen. Der Stylist und Manager hatte das Haus international bekannt gemacht. Begonnen hat die Geschichte des Familienunternehmens mit einem Geschäft für Lederhandschuhe, das Nicolas Großvater Dante Trussardi 1911 in Bergamo gründete.

Nicola Trussardi war seit 1970 Chef, eröffnete 1976 die erste Boutique in Mailand und ging dann ins Ausland. 1999 starb er bei einem Autounfall in Mailand. Seine Frau übernahm, dann gab es 2003 die nächste Tragödie in der Familie: Der älteste Sohn starb wie der Vater bei einem Verkehrsunfall. Jetzt muss Bruder Tomaso weitermachen mit Trussardi. Der erste Schritt: Er muss einen neuen Chef und neue Manager finden.

Handelsblatt Zukunft Mittelstand Newsletter

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×