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21.05.2019

00:00

Pascal Blum

Mit Elektrorollern gegen Stau und Smog

Von: Franz Hubik

Das Start-up Unu bringt einen neuen, vernetzten E-Roller auf den Markt. In Kooperation mit den Städten wollen die Berliner stark wachsen.

Die drei unu-Gründer glauben, dass sie 2019 etwa zehn bis 20 Prozent ihres Rollerabsatzes über Städtepartnerschaften erzielen können. unu

Pascal Blum, Mathieu Caudal und Elias Atahi

Die drei unu-Gründer glauben, dass sie 2019 etwa zehn bis 20 Prozent ihres Rollerabsatzes über Städtepartnerschaften erzielen können.

BerlinViele Großstädte leiden unter Dauerstau und Smog. Bei einem Aufenthalt in Peking lernte Pascal Blum, wie man mithilfe von E-Bikes und Elektrorollern trotz täglichen Verkehrsinfarkts schnell und sauber von A nach B gelangt. „Diesen Gedanken haben wir nach Deutschland mitgenommen“, sagt Blum, der 2013 gemeinsam mit Elias Atahi, Matthieu Caudal und der Unterstützung der Technischen Universität München das Start-up Unu gründete.

Ein Jahr später war der erste batterieelektrisch angetriebene Unu-Roller auf dem Markt. Damals bestand das Kernteam aus fünf Leuten. Heute zählt die junge Firma mehr als hundert Mitarbeiter in Berlin und ist mit über 10.000 verkauften Elektrorollern Marktführer in Deutschland. An diesem Dienstag präsentiert Unu seinen neuen „Scooter“, der rund 2800 Euro kosten wird und einen Wachstumsschub einleiten soll.

Ging es 2014 noch darum, Benzinroller vom Markt zu verdrängen, weil diese laut Blum „bis zu 2000-mal mehr Schadstoffe als Autos ausstoßen“, will Unu mit seinem zweiten Produkt ins Geschäft mit Mobilitätsdiensten einsteigen und seine Roller so neben dem Onlinevertrieb der breiten Masse verfügbar machen.

Dafür haben Blum und seine Mitstreiter den Scooter mit jeder Menge digitalem Schnickschnack ausgestattet. So wurde etwa ein Diebstahlschutz eingebaut. Die Mopeds sind mit dem Internet verbunden und lassen sich jederzeit lokalisieren. Sobald das Gefährt bewegt wird, bekommt der Besitzer eine Nachricht aufs Smartphone.

Statt eines mechanischen Schlüssels lässt sich der Roller nun per Karte oder App öffnen und so auch mit Freunden und Kollegen teilen, wenn man ihn gerade selbst nicht benötigt. „Dies ebnet erstmals den Weg zu einem Microsharing“, sagt Blum. Und die Vernetzung im kleinen Kreis soll erst der Anfang sein.

Unu sucht den Schulterschluss mit Metropolen, will noch in diesem Jahr mit mehreren Städten Kooperationen verkünden, zunächst in Frankreich und den Niederlanden, später auch in Deutschland. „Wir glauben, dass wir 2019 etwa zehn bis 20 Prozent unseres Rollerabsatzes über Städtepartnerschaften erzielen können“, sagt Blum.

Dabei gebe es zwei Umsatzstränge: einerseits den Fahrzeugverkauf und andererseits monatliche Gebühren für Software und Connectivity. Blum sieht eine „extreme Nachfrage“ nach den Lösungen von Unu, der Absatzanteil, den die Firma mit Städten erzielt, könnte nach seinen Worten mittelfristig auf 40 Prozent in die Höhe schnellen.

Anders als Konkurrenten wie emmy oder coup will Unu kein eigenes digitales Ökosystem für geteilte Mobilität kreieren, sondern arbeitet lieber mit starken Partnern wie Städten auf lokaler Ebene direkt zusammen. „Wir fokussieren uns auf unsere Stärken“, sagt Blum. Bei Investoren kommt das gut an.

Im Herbst 2018 hatten die Berliner zuletzt zehn Millionen Euro Kapital eingesammelt, etwa von Ponooc, einem niederländischen Wagniskapitalgeber. Für die nächsten zwei Jahre sei Unu damit gut finanziert, ein Börsengang ist aktuell kein Thema.

2018 erzielte Unu einen „hohen einstelligen Millionenbetrag“ als Umsatz, dieses Jahr soll es ein mittlerer zweistelliger Betrag werden. Die Firma will schnell in weitere Märkte expandieren. Bei der Profitabilität schweigt sich der 29-Jährige aus. Für 2017 weist die Unu GmbH einen Fehlbetrag von rund drei Millionen Euro aus.

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