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16.10.2018

13:10

Tourismus

Millionen für Geschäftsreisen-Start-up Travelperk

Von: Johannes Steger

Das Start-up Travelperk will Geschäftsreisen einfacher gestalten. Nun sammeln die Gründer Millionen ein, um in Europa zu expandieren.

Travelperk: Millionen für Geschäftsreisen-Start-up Travelperk

Javier Suarez und Avi Meir

Die beiden Gründer wollen von Barcelona aus den europäischen Markt mit Geschäftsreisen aufrollen.

Düsseldorf Reisen ist nicht gleich Reisen – eine Geschäftsreise zum Beispiel würde wohl keiner, der sich oft für den Arbeitgeber in Flugzeug oder Bahn begibt, als entspannend bezeichnen. Dabei beginnt der wirkliche Stress meist vorher – beim Buchen der Reise. Budgetabsprachen, das Zusammensuchen von Flügen und Hotels kostet oft viel Zeit.

Und anders als den Markt mit Urlaubsreisen, hat die digitale Disruption den mit ihren geschäftlichen Pendants noch nicht erobert. Avi Meir und Javier Suarez wollen das ändern: Die beiden Gründer von Travelperk haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Geschäftsreisenden dieser Welt bequemere Organisation und Arbeitgebern einen transparenteren Prozess zu ermöglichen. Dafür konnte das spanisch-israelische Duo bereits Millionen von namhaften Investoren einsammeln. Nun wartet der nächste große Scheck für die Gründer aus Barcelona.

Die Idee ist einfach: Die Plattform von Travelperk bündelt fast alle Angebote, die es so im Netz zu finden gibt: Von Airbnb bis Expedia. Dabei lassen sich in der Plattform zum Beispiel auch interne Richtlinien implementieren: Sind Business-Class und Fünf-Sterne-Hotels tabu, werden sie gar nicht erst in den Suchergebnissen aufgelistet. Zugleich behält das Travelperk-Werkzeug das Budget im Blick und sammelt die Buchungsbelege direkt für die Kollegen vom Controlling. Die Gründer versprechen: Durch ihre Lösung sparen Unternehmen nicht nur Zeit, sondern auch 20 Prozent ihrer jährlichen Reisekosten.

Bei seiner Gründung im Jahr 2015 war es das Ziel der Gründer den digitalen Komfort, den Nutzer bereits beim Buchen ihrer Urlaube erfahren, auch auf die Welt der Geschäftsreisen zu übertragen: „Wir haben da eine riesige Lücke erkannt“, sagt Gründer Meir dem Handelsblatt. Travelperk wollte ein smartes und modernes Werkzeug entwickeln – fernab von den üblichen Reiseportalen, die Unternehmen derzeit noch nutzen. Jeder, der beruflich viel reise, erzähle das Gleiche, meint Meir: „Das Buchen und Verwalten von Geschäftsreisen auf die alte Art ist sehr frustrierend.“

Das scheint zu stimmen: Immerhin nutzen die Travelperk-Lösung etwa Kunden wie Uber oder das britische Fintech Transferwise. In Deutschland gehören N26, GetYourGuide, die Meininger-Gruppe, MyTaxi oder Outfittery zu den Nutzen. Deutschland ist für Travelperk ein entscheidender Markt mit einem Potenzial von etwa 72 Milliarden US-Dollar, wie die Gründer vorrechnen.

Millioneninvestment: Wie Travelperk den Markt mit Geschäftsreisen umwälzen will

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Das Start-up Travelperk will Unternehmen die Geschäftsreisen erleichtern – und bekommt nun finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe.

Neben der Zentrale in Barcelona, einem Büro in London, wollen Meir und Suarez auch bald ein Büro in Berlin eröffenen. Im Anschluss soll Paris folgen. Laut eigenen Angaben steigerte das Unternehmen seit Gründung seinen Umsatz um 700 Prozent von Jahr zu Jahr. In Deutschland konkurriert das Unternehmen mit dem Berliner Start-up Comtravo um die Gunst der Handlungsreisenden.

Namhafte Investoren an Bord

Das nötige Geld für die Europaexpansion hat das Unternehmen eigentlich mindestens seit April zusammen: Da nämlich sammelte Travelperk 21 Millionen US-Dollar ein. Neben den bereits bestehenden Investoren wie Spark Capital, die schon Geld in Twitter oder die Messaging-Lösung Slack steckten, kam auch der Berliner Wagniskapitalgeber Target Global an Bord, der bereits in Start-ups wie Delivery Hero und Auto1 investiert hat.

Knapp sechs Monate später kann das Start-up nun den Abschluss einer C-Finanzierungsrunde verkünden, die es in sich hat: 44 Millionen US-Dollar fließen nach Barcelona. Damit hat das Start-up eine Gesamtsumme von 75 Millionen US-Dollar an Finanzierung eingesammelt. Angeführt hat die neue Runde der schwedische Investor Kinnevik, der bereits in Unternehmen wie Rocket Internet, Zalando oder Tele2 investiert hat.

Beim Berliner Investor Target Global glaubt man naturgemäß an das Potenzial: „Travelperk setzt auf einen Billionen-Markt, der noch kaum erschlossen ist. Dass sie nun innerhalb kürzester Zeit die nächste Finanzierungsrunde abgeschlossen haben, beweist das Potenzial einmal mehr“, meint Shmuel Chafets, General Partner beim Wagniskapitalgeber. Doch vielleicht noch ein bisschen mehr glaubt er an Mitgründer und Geschäftsführer Meir: „Avi bringt alles mit, was ich von einem Gründer erwarte: Enthusiasmus, Tech-Know-how und unternehmerisches Gespür.“

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