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29.03.2019

14:47

Unternehmenserbe und Politiker

Anutin Charnvirakul: Cannabis-Legalisierung für Thailands Wohlstand

Von: Mathias Peer

Der Immobilien-Erbe und Politiker ist einer der Gewinner der Wahl in Thailand. Kernversprechen: Marihuana legalisieren. Das soll den Bauern helfen.

Die Ideen des Politikers der Partei Bhumajaithai kommen in den politischen Mainstream seines Landes. AP

Anutin Charnvirakul

Die Ideen des Politikers der Partei Bhumajaithai kommen in den politischen Mainstream seines Landes.

BangkokSeine Familie machte ein Vermögen mit dem Bau von Bangkoks Wolkenkratzern. Nun will der thailändische Unternehmenserbe und Politiker Anutin Charnvirakul seinen Landsleuten zu mehr Wohlstand verhelfen – und setzt dabei auf Drogen. Der Anführer der Partei Bhumjaithai schnitt bei Thailands Parlamentswahl so gut ab, dass er womöglich darüber entscheidet, welches Lager die Mehrheit im Abgeordnetenhaus bekommt.

Sein wichtigstes Wahlversprechen, die Legalisierung von Cannabis, könnte damit zur Realität werden. In Südostasien werden Drogen seit Jahrzehnten mit extrem harten Strafen bekämpft. Thailand war in diesem Jahr das erste Land der Region, das Marihuana für medizinische Zwecke erlaubte.

Anutin will nun einen Schritt weiter gehen und den Cannabiskonsum insgesamt freigeben. „Wir wissen, dass Marihuana keine negativen Effekte hat, außer dass es müde macht“, behauptete er vor der Wahl.

Der Hobbypilot warb aber nicht nur um die Stimmen der Kiffer, sondern vor allem um die der Bauern: Mit sechs Cannabispflanzen könne eine Familie ein zusätzliches Einkommen von umgerechnet mehr als 11.000 Euro im Jahr erzielen, rechnete er vor. Außerdem verweist er auf milliardenschwere Einnahmen durch Cannabissteuern in Kalifornien.

Anutins Ideen kommen nun in den politischen Mainstream seines Landes. Denn es sieht so aus, als würde weder das Lager der Militärregierung, noch die Anti-Junta-Opposition alleine auf eine Mehrheit kommen. Anutin, dessen Vater den Baukonzern Sino-Thai gegründet hatte und später ebenfalls in die Politik einstieg, positionierte seine Partei in der Mitte und wird nun von beiden Seiten umworben.

Auch als Kompromisskandidat für den Posten des Premierministers wird er bereits gehandelt. Ihm gefällt das: „Die großen Parteien brauchen uns mehr als wir sie“, so Anutin.

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