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31.03.2019

17:49

US-Drogenepidemie

Purdue Pharma: Eigentümerfamilie Sackler in New York verklagt

Von: Katharina Kort

Die New Yorker Staatsanwaltschaft verklagt die Eigentümer von Purdue Pharma wegen der Drogenepidemie in den USA. Sie gelten als Hauptverantwortliche.

Das Schmerzmittel von Purdue macht schnell abhängig. AP

Oxycontin

Das Schmerzmittel von Purdue macht schnell abhängig.

New YorkFür die Familie hinter dem Schmerzmittel-Hersteller Purdue Pharma wird es eng. Die New Yorker Staatsanwälte haben die Sacklers zum Ende der Woche wegen ihrer Verantwortung in der Drogenepidemie in den USA verklagt. Außerdem sollen Mitglieder der Sackler-Familie Gelder von Purdue illegal auf ihre eigenen Konten geschafft haben.

Die Familie Sackler stehe hinter einem kriminellen Plan, der „von Leiden und Tod von New Yorkern und anderen in den USA profitiert“ habe, sagte die Justizministerin des Bundesstaats New York, Letitia James. „Während die Sackler-Familie immer reicher wurde, ging es mit der Gesundheit der New Yorker abwärts, und unser Bundesstaat blieb auf der Rechnung sitzen“, sagte James.

Die Sackler-Familie hat das Unternehmen Purdue 1952 übernommen. Unter Führung des verstorbenen Raymond Sackler und seiner Brüder Arthur und Mortimer – alle studierte Psychiater – entwickelte Purdue in den 90ern das potente Schmerzmittel Oxycontin.

Unter der Führung von Richard Sackler hat Purdue das Schmerzmittel aggressiv vermarktet. Da viele Menschen von diesem Opioid abhängig wurden, gilt das Unternehmen als hauptverantwortlich für die Opioid-Epidemie in den USA, an der allein im vergangenen Jahr 70.000 Menschen starben.

Die Familie Sackler, die es 2015 mit einem Vermögen von 14 Milliarden Dollar unter die Top 20 auf der „Forbes“-Liste der reichsten US-Familien schaffte und berühmte Museen wie Guggenheim und Louvre sponsert, weist alle Verantwortung von sich. „Wir weisen diese Vorwürfe zurück“, teilte ein Sprecher der Familie mit. Man versuche, „die Schuld für eine komplexe Gesundheitskrise dort zu finden, wo sie nicht ist“.

Erst am Dienstag hatte sich Purdue mit dem Bundesstaat Oklahoma auf die Zahlung von 270 Millionen Dollar geeinigt. Die letzte Einigung geht auf das Jahr 2007 zurück. Damals zahlten Purdue und drei Topmanager für die aggressive Vermarktung von Oxycontin die Summe von 635 Millionen Dollar. Diesmal könnten auch die Besitzer dran sein.

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