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10.03.2022

12:36

Oligarchen

Großbritannien setzt Roman Abramowitsch auf Sanktionsliste – FC-Chelsea-Verkauf gestoppt

Von: Carsten Volkery

London belegt weitere sieben Oligarchen mit Sanktionen. Champions-League-Sieger FC Chelsea darf weiterspielen, aber der Klub wird hart getroffen.

Der Oligarch kann seinen Fußballklub FC Chelsea nun nicht wie geplant verkaufen. dpa

Roman Abramowitsch

Der Oligarch kann seinen Fußballklub FC Chelsea nun nicht wie geplant verkaufen.

London Großbritannien hat am Donnerstag weitere sieben russische Oligarchen mit Sanktionen belegt. Darunter ist erstmals auch der Eigentümer des Londoner Fußballklubs FC Chelsea, Roman Abramowitsch. Das bedeutet, dass der Milliardär seinen Klub nun nicht wie geplant verkaufen kann.

Der 55-Jährige hatte bereits eine US-Bank mit dem Verkauf beauftragt und erste Kontakte zu Interessenten geknüpft. Angeblich wollte er einen Erlös von drei Milliarden Pfund, umgerechnet etwa 3,6 Milliarden Euro, erzielen.

Auch der Verkauf seiner Londoner Immobilien ist nun geplatzt. Der Milliardär besitzt unter anderem ein 150 Millionen Pfund teures Anwesen in der Privatstraße Kensington Palace Gardens und ein dreistöckiges Penthouse direkt an der Themse.

Die anderen Oligarchen auf der Liste sind Aluminium-König Oleg Deripaska, Rosneft-Chef Igor Setschin, Gazprom-Chef Alexej Miller, Transneft-Präsident Nikolaj Tokarew sowie die Verwaltungsratsvorsitzenden der russischen Banken VTB und Rossija, Andrej Kostin und Dmitri Lebedew.

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    Mit Ausnahme von Abramowitsch sind alle diese Männer auch bereits von der EU und den USA sanktioniert. Ihre Vermögen werden nun eingefroren, sie dürfen nicht mehr nach Großbritannien einreisen. Ihre Flugzeuge und Jachten können auf britischem Territorium beschlagnahmt werden.

    Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat Premier Boris Johnson es eilig mit dem Kampf gegen die Oligarchen, nachdem die Regierung ihnen jahrelang den roten Teppich ausgerollt hat. „Es darf keine sicheren Häfen für diejenigen geben, die Putins bösartigen Angriff auf die Ukraine unterstützt haben“, sagte der Regierungschef.

    Ukraine-Krieg

    Verunsicherung beim FC Chelsea nach Sanktionen gegen Abramowitsch

    Ukraine-Krieg: Verunsicherung beim FC Chelsea nach Sanktionen gegen Abramowitsch

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    Außenministerin Liz Truss sagte, die Oligarchen hätten sich mit ihren engen Verbindungen zu Putin mitschuldig gemacht. „Das Blut der ukrainischen Bevölkerung klebt an ihren Händen.“

    Abramowitsch wird vorgeworfen, durch seine Beteiligung am Stahlkonzern Evraz die Ukraine destabilisiert zu haben. Der Stahl sei möglicherweise auch für die Panzerproduktion verwendet worden, heißt es in der Begründung der Sanktionsabteilung im Finanzministerium.

    Chelsea darf weder Tickets noch Fanartikel verkaufen

    Wie es nun mit dem FC Chelsea weitergeht, ist unklar. Die Ministerin für Kultur und Sport, Nadine Dorries, teilte mit, dass der amtierende Champions-League-Sieger eine Sondergenehmigung erhalte, um den sportlichen Betrieb fortzuführen.

    Allerdings darf der Klub kein Merchandising und keine Tickets mehr verkaufen. Das heißt, nur Dauerkartenbesitzer können zu Spielen kommen. Auch darf der Klub keine Spieler kaufen oder verkaufen. Zum Kader gehören unter anderem die deutschen Nationalspieler Antonio Rüdiger, Timo Werner und Kai Havertz.

    Der amtierende Champions-League-Sieger darf weder Tickets noch Fanartikel verkaufen. Reuters

    Chelsea-Stadion Stamford Bridge in London

    Der amtierende Champions-League-Sieger darf weder Tickets noch Fanartikel verkaufen.

    Insgesamt stehen nun rund 20 Oligarchen auf der britischen Sanktionsliste. Es sollen noch weitere hinzukommen, wenn das neue Gesetz gegen Wirtschaftskriminalität kommende Woche in Kraft tritt. Unter anderem können dann auch ganze Gruppen wie etwa Duma-Abgeordnete mit Sanktionen belegt werden.

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