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09.01.2018

14:56

Oliver Schmidt

Verurteilter VW-Manager klagt gegen Kündigung

Der VW-Manager Oliver Schmidt wurde in den USA wegen seiner Rolle im Abgasskandal zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Volkswagen kündigt ihm daraufhin fristlos – dagegen wehrt sich Schmidt jetzt vor Gericht.

VW-Manager Oliver Schmidt klagt gegen fristlose Kündigung dpa

Oliver Schmidt

Der VW-Manager klagt gegen seine fristlose Kündigung.

BraunschweigDer in den USA verurteilte früherer VW-Manager Oliver Schmidt wehrt sich gegen seine fristlose Kündigung. „Die Klage liegt beim Arbeitsgericht Braunschweig vor“, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung (Online) darüber berichtet. Nach Angaben der Sprecherin hatte Volkswagen Schmidt am 19. Dezember, zwei Wochen nach der Verurteilung von einem US-Gericht, fristlos gekündigt.

Der 49-jährige Schmidt hält die Kündigung nach Angaben seines Anwalts für rechtswidrig, weil er sich an Weisungen des Unternehmens gehalten habe. „Dass er nun die fristlose Kündigung erhalten hat, offenbar, weil er die ihm erteilten Weisungen befolgt hat, ruft in Herrn Schmidt nicht nur das Gefühl hervor, ungerecht behandelt zu werden, es ist arbeitsrechtlich auch höchst zweifelhaft“, sagte der Anwalt dem Bayerischen Rundfunk. Ein Termin für die Güteverhandlung stehe noch nicht fest. Ein Unternehmenssprecher wollte den Fall nicht kommentieren.

Anwalt des verurteilten Managers: „Alles geschah auf Anweisung des VW-Managements“

Anwalt des verurteilten Managers

„Alles geschah auf Anweisung des VW-Managements“

Ein US-Richter hat VW-Manager Oliver Schmidt zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sein Anwalt Alexander Sättele erklärt nun, warum ihn das harte Urteil nicht überrascht hat – und welche Rolle VW im Prozess gespielt hat.

Schmidt war Anfang Dezember wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal zur höchstmöglichen Strafe von sieben Jahren Gefängnis und 400.000 Dollar (338.000 Euro) verurteilt worden. Er hatte sich nach einem Deal mit der US-Staatsanwaltschaft im August für schuldig bekannt. Er ist nach dem früheren VW-Ingenieur James Liang der zweite langjährige VW-Mitarbeiter, der aufgrund der Abgas-Affäre in den USA zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Im September 2015 hatte Volkswagen nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden und Recherchen von Wissenschaftlern eingeräumt, mit einer speziellen Software in großem Stil Abgastests manipuliert zu haben.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Herr Hans Schönenberg

09.01.2018, 13:08 Uhr

Voviel zum Thema: Fürsorgepflicht für Mitarbeiter! Der Herr Schmidt ist jetzt eines der Bauernopfer des Dieselskandals, der gezwungen war, einen Deal mit den US-Justizbehörden zu finden, um nicht noch schlimmer bestraft zu werden. Aber: was anderes war vom Konzern auch nicht zu erwarten; man sieht ja, wie die betroffenen deutschen Kunden mit ihren Problemen abgefertigt werden.

Herr Gerd St

09.01.2018, 15:20 Uhr

Ein solch mieses Verhalten ist man ja ansonsten nur von US Konzernen gewohnt.
Das VW fraglos betrogen hat, ist Fakt. Dafür gab es Gerichtsverfahren und entsprechende Urteile.
Nun die ausführenden Mitarbeiter nicht nur im Regen stehen zu lassen sondern sogar noch drauf zutreten, kann so nicht hingenommen werden.
Wenn es so gehandhabt wird, hätte nach dem US Urteil die gesamte Führungsspitze des VW Konzerns fristlos entlassen werden müssen, da diese bandenmäßig gegen Gesetze verstoßen haben und dem Konzern deutlich Schaden zu gefügt haben.
Wer heute noch ein Produkt des VW Konzerns kauft, leistet dem Betrug und und dem schlechten Umgang mit Mitarbeiter Vorschub !

Herr Steffen Meyer

09.01.2018, 15:28 Uhr

Ein Bauernopfer ... die Schuldigen sind noch im Konzern oder genießen ihren Ruhestand.

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