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29.04.2022

13:42

Quartalszahlen

Amazon schockiert mit Milliardenverlust – Aktie verliert rund zehn Prozent

Von: Katharina Kort

PremiumAmazon muss Milliarden auf die Anteile am E-Auto-Hersteller Rivian abschreiben. Aber auch im Onlinehandel schreibt der Tech-Konzern Verluste.

Der Onlinehändler hat operativ weniger Gewinn eingefahren. Reuters

Amazon

Der Onlinehändler hat operativ weniger Gewinn eingefahren.

New York Damit haben die Investoren nicht gerechnet: Amazon hat im ersten Quartal des Jahres 3,8 Milliarden Dollar Verlust gemacht. Grund dafür war neben dem schwächelnden Onlinehandel vor allem die Abschreibung auf die Beteiligung an Rivian, die mit 7,6 Milliarden Dollar zu Buche schlug.

Die Aktie des E-Auto-Herstellers hat im ersten Quartal massiv an Wert verloren.

Die nach Börsenschluss veröffentlichten Zahlen ließen den Aktienkurs nachbörslich um mehr als zehn Prozent nachgeben, nachdem die Aktie zuvor 4,6 Prozent zugelegt hatte.   

Es ist vor allem der enttäuschende Ausblick, der die Investoren beunruhigt. Amazon warnt, dass die Inflation dem Unternehmen weiter zu schaffen macht. Die Inflation habe im ersten Quartal zusätzliche Kosten von zwei Milliarden Dollar verursacht, sagte der Finanzvorstand Brian Olsavsky. Und der Inflationsdruck werde nicht so schnell sinken.

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    Amazon-Aktie: Umsatz legt um neun Prozent zu

    Ohne die Abschreibung auf Rivian wäre das Ergebnis zwar im schwarzen Bereich gewesen, aber deutlich niedriger als noch vor einem Jahr: Im ersten Quartal fiel der Betriebsgewinn auf 3,7 Milliarden Dollar nach noch 8,9 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Der Umsatz legte hingegen währungsbereinigt neun Prozent auf 116,4 Milliarden Dollar zu.

    Der klassische Onlinehandel machte im ersten Quartal Verluste, die nur durch das immer wichtiger werdende Cloud-Geschäft von Amazon Web Services (AWS) ausgeglichen werden konnten.

    AWS macht Minus im Onlinehandel wett

    Schon seit einiger Zeit wandelt sich der Onlinehändler immer mehr zum Technologie-, Werbe- und Plattformunternehmen. Das meiste Geld macht Amazon ohnehin inzwischen mit AWS und Werbung.

    Auch dass Amazon-Gründer Jeff Bezos sich für den ehemaligen AWS-Chef Andy Jassy als seinen Nachfolger auf dem Chefposten entschieden hat, zeigt klar die Bedeutung der Sparte. Im ersten Quartal hat AWS mit 18,4 Milliarden Dollar zwar nur knapp 16 Prozent zum Umsatz beigetragen. Aber mit 6,5 Milliarden Dollar Gewinn konnte die Sparte die Verluste des anderen Geschäfts ausgleichen.

    Auch im vergangenen Jahr hatte die Cloud-Sparte im Gesamtjahr mehr als drei Viertel der Gewinne erwirtschaftet, obwohl sie mit 62,2 Milliarden Dollar nur 13 Prozent des Umsatzes einbrachte. Das wichtige Werbegeschäft, das Amazon erst seit diesem Jahr einzeln ausweist, steigerte den Umsatz im ersten Quartal währungsbereinigt um ein Viertel auf 7,9 Milliarden Dollar.

    Amazon mit vorsichtigem Ausblick

    Für das laufende Quartal gibt sich Amazon angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung und scharfen Konkurrenz im immer wichtiger werdenden Cloud-Geschäft zurückhaltend und geht von Erlösen zwischen 116 und 121 Milliarden Dollar aus.

    Zuletzt hatte Amazon auch Gegenwind von seinen eigenen Mitarbeitern zu spüren bekommen. In einem Lager des New Yorker Stadtteils Staten Island etwa haben die Angestellten zum ersten Mal in der Geschichte Amazons für die Gründung einer Gewerkschaft gestimmt.

    Und auch bei den Büromitarbeitern regte sich zuletzt Widerstand gegen die Bezahlung. Angesichts des leer gefegten Arbeitsmarkts und der hohen Inflation hat Amazon im Februar das Maximal-Festgehalt für seine Tech- und Verwaltungsmitarbeiter von 160.000 Dollar auf 350.000 Dollar pro Jahr angehoben.

    Amazon-Aktie: Analysten rechnen weiter mit Wachstum

    Tim Seymor von Seymour Asset Management glaubt trotz der jüngsten Rückschläge mittelfristig an die Aktie: „Ich glaube, dass Amazon weiterhin eine Bestie bleibt“, sagte er im US-Fernsehsender CNBS. Aber die Anleger müssten sich daran gewöhnen, dass die Wachstumsraten nicht mehr so hoch sein können wie in der Pandemie.

    Amazon wird von der Konjunktur stärker betroffen sein als andere Tech-Unternehmen, meint auch Gene Munster von Loup Funds. Er rechnet aber mit einer Stärkung der Aktien im kommenden Jahr.

    Dieser Artikel erschien zuerst am 28.04.2022 um 22:23 Uhr.

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