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22.10.2018

19:00

Stahlgipfel in Saarbrücken

Thyssen-Krupp-Manager Heribert Fischer fordert EU-Schutzmaßnahmen für Stahlindustrie

Von: Kevin Knitterscheidt

Beim deutschen Stahlgipfel fordert der Thyssen-Krupp-Stahlmanager Schutzmaßnahmen gegen steigenden Importdruck.

Fischer zeigt sich besorgt über die Auswirkungen der US-Strafzölle auf den europäischen Stahlmarkt. ThyssenKrupp

Heribert Fischer

Fischer zeigt sich besorgt über die Auswirkungen der US-Strafzölle auf den europäischen Stahlmarkt.

Weltstahlkonferenz in Tokio, nationaler Stahlgipfel in Saarbrücken: Fast hat man den Eindruck, die Stahlmanager von Thyssen-Krupp seien in diesen Tagen häufiger mit Politikern und Wettbewerbern im Gespräch als mit ihren Kunden. Das gilt auch für Heribert Fischer, Produktionsvorstand bei Thyssen-Krupp Steel Europe.

Der grauhaarige Mittfünfziger mit der randlosen Brille vertrat die Stahlsparte des Essener Industriekonzerns am Montag beim ersten nationalen Stahlgipfel in Saarbrücken, zu dem die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) als Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz geladen hatte.

Die Probleme der Branche sind drängend. Überkapazitäten, Strafzölle und steigende Anforderungen an den Klimaschutz stellen die deutschen Hersteller vor große Herausforderungen. Fischer, so sagte er dem Handelsblatt, bereiten dabei vor allem die protektionistischen Tendenzen vieler Regierungen zunehmende Sorge.

„Wir sehen unsere Befürchtungen bestätigt, dass durch die Stahlzölle in den USA Stahl in großen Mengen auf den offenen europäischen Markt umgelenkt wird“, erklärte er am Montag. Der Gipfel zeige den Willen von Unternehmen, Gewerkschaften und Politik, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken. „Nur durch Schutzmaßnahmen kann die EU Wettbewerbsverzerrungen verhindern.“

Fischer kennt sich aus auf dem globalen Stahlmarkt: Vier Jahre lang war er ab 1998 bei der chinesischen Krupp-Tochter Shanghai Krupp Stainless in China tätig. Nach seiner Rückkehr 2002 leitete er verschiedene Produktionsbereiche bei Thyssen-Krupp, bis er 2011 zum Vorstandsmitglied bestellt wurde, erst für den Vertrieb, ab 2016 für die Produktion.

Dass der Herstellungsprozess indes nicht nur durch Handelsbarrieren aufgehalten werden kann, bekam der Metallurgie-Experte Fischer zuletzt zu spüren: Weil der Rhein nach den ausbleibenden Regenfällen Niedrigwasser führt, kann das Werk in Duisburg nicht ausreichend mit Eisenerz beliefert werden.

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