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10.03.2019

12:05

Ihr erster Auftritt bei der SXSW in Austin. dpa

Alexandria Ocasio-Cortez

Ihr erster Auftritt bei der SXSW in Austin.

SXSW 2019

Alexandria Ocasio-Cortez – neuer Superstar der US-Demokraten

Von: Britta Weddeling

Auf der Tech-Messe South by Southwest (SXSW) wird die jüngste US-Kongressabgeordnete aller Zeiten gefeiert. Das Digital-Festival wird zur politischen Bühne.

Austin Mehr als eine Stunde vor Beginn ließen die Sicherheitsleute schon keine Zuschauer mehr herein. Jeder der insgesamt 2400 Sitzplätze in Ballroom D war besetzt. Viele Besucher der South by Southwest (SXSW) mussten draußen bleiben. Um das Kongresszentrum in Downtown Austin im US-Bundesstaat Texas bildeten sich lange Warteschlangen.

Tausende Menschen waren gekommen, um den Auftritt von Alexandria Ocasio-Cortez zu erleben, der mit 29 Jahren jüngsten Kongressabgeordneten der USA aller Zeiten. Der Einzug der Demokratin ins Repräsentantenhaus im Januar dieses Jahres machte „AOC“, wie sie US-Medien oft nennen, zum neuen Star der politischen Linken.

Begehrt: ein Schnappschuss von „AOC“

Normalerweise gehören die großen Bühnen der Innovationsmesse SXSW den Chefs von Technologiekonzernen, Trendforschern oder Instagram-Influencern, den Film-und Musikstars. Dieses Mal jedoch zog niemand so viel Aufmerksamkeit auf sich wie die aus der Bronx stammende Politikerin, die den 14. New Yorker Distrikt auf dem Capitol Hill in Washington vertritt. Als Ocasio-Cortez am Samstag pünktlich um 17 Uhr Ortszeit gut gelaunt und federnden Schrittes die Bühne betrat, brauste Jubel auf. Die Hipster, Techies und Jungunternehmer rissen die Smartphones in die Höhe, um einen Schnappschuss von „AOC“ zu ergattern.

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Die Frau, die sich selbst als demokratische Sozialistin beschreibt, nutzte eben jene Bühne, um ihre politische Agenda zu promoten. Sie wiederholte ihre Forderungen nach einer nachhaltigeren Wirtschaft, einem gerechteren Arbeitsleben, sprach sich gegen Diskriminierung und Rassismus aus.

„Hört auf, Euch in Systemen zu bewegen, die nicht für Euch gemacht wurden“, rief sie dem Publikum kämpferisch zu. „Wir müssen neue Systeme bauen.“ Statt sich über die Verhältnisse in „Trump-Amerika“ zu beschweren, müssen Wähler den notwendigen Wandel selbst vorantreiben, statt sich mit den herrschenden Verhältnissen einfach abzufinden. „Wir nutzen Zynismus als intellektuelle überlegene Attitüde und wir sehen Ehrgeiz als jugendliche Naivität“, kritisiert sie.

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Doch schon immer sei die Gesellschaft nur durch Visionen vorangekommen, durch Anpacken, statt durch Zweifel und Negativität. Innovation, das ist mehr als Fortschritt bei Maschinen. Es ist in erster Linie eine Haltung des Geistes. Das machte der Vortrag von AOC deutlicher als jeder andere bislang bei der SXSW. Wie die erfolgreichsten Unternehmer will Ocasio-Cortez die Zukunft neu erfinden.

Ocasio-Cortez wirbt für ökologischen Aufbruch

Der Auftritt der Demokratin zeigt, wie sich die texanische Vordenkermesse immer mehr zum politischen Forum wandelt. Kurz vor dem Auftritt von AOC attackierte die mögliche US-Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren bereits die Technologiegiganten. Sie kündigte einen Plan für die Zerschlagung von Amazon, Google und Facebook an. Der frühere demokratische Kongressabgeordnete Beto O‘Rouke gab seine politischen Ideen kund, ebenso Ex-Starbucks-CEO Howard Schulz, der erwägt, als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl 2020 anzutreten. Doch niemand aus der Politiker-Riege begeisterte so wie Shooting-Star Cortez.

Immer wieder unterbricht heftiger Applaus und Jubel ihre aufrüttelnden Statements. Sie nutzt die gute Stimmung. Die 29-Jährige spricht von ihren Ideen für einen ökologischen Aufbruch („Green New Deal“), ein gerechteres Arbeitsleben, kritisiert die US-Zoll- und Einwanderungsbehörde ICE wegen der Trennung hunderter Migrantenkinder von ihren Eltern an der Grenze vergangenes Jahr.

Den Tech-Konzernen steht AOC gespalten gegenüber. Sie beteiligte sich an vorderster Front bei den Protesten gegen den Bau der zweiten Zentrale von Amazon im New Yorker Stadteil Queens. Das Unternehmen kassierte Mitte Februar seine Pläne. Dieser Ausgang zeige, „alles ist möglich“, frohlockte AOC damals. Auf der SXSW wirbt sie für einen aufgeklärten Umgang mit dem technologischen Fortschritt.

Die Menschen müssten sich nicht vor Maschinen fürchten, die ihre Arbeiten übernehmen. Statt vom „Gespenst der Automatisierung“ gejagt zu werden, könne mehr Raum für Kreativität und Innovation entstehen.

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