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18.06.2019

16:52

Syntellix AG

Medizinfirma von Utz Classen klagt gegen Carsten Maschmeyer

Von: Sönke Iwersen

Die Klageschrift wirft dem Unternehmer Schädigung und Diffamierung vor. Maschmeyers Anwalt bezeichnet die Anschuldigungen als „haltlos und vorgeschoben“.

Seit Jahren beharken sich der Unternehmer  und Utz Claassen mit Vorwürfen und Klagen rund um die Syntellix AG. dpa

Carsten Maschmeyer

Seit Jahren beharken sich der Unternehmer und Utz Claassen mit Vorwürfen und Klagen rund um die Syntellix AG.

Düsseldorf Sie waren einmal Freunde, doch die Brücke zwischen den Unternehmern Utz Claassen und Carsten Maschmeyer ist abgebrannt. Claassens Medizinfirma Syntellix AG reicht eine Klage gegen Maschmeyer ein: Schädigung und Diffamierung wirft der Schriftsatz Maschmeyer vor.

Zum Hintergrund gehört ein angestrebter Börsengang der Syntellix AG in Singapur. Maschmeyer habe Informationen an Medien durchgestochen und dem Unternehmen geschadet. Die Schadenshöhe: 6,33 Millionen Euro – möglicherweise müsse man Maschmeyer aber für weitere Schäden jenseits einer Milliarde Euro in Anspruch nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Zusammensetzung dieser Zahlen bleibt im Dunklen – der letzte bekannte Umsatz von Syntellix betrug 1,8 Millionen Euro. Wie eine Veröffentlichung der Umsatzzahlen einem Unternehmen schaden soll oder welchen Grund Maschmeyer haben sollte, ein Unternehmen zu schädigen, an dem er selbst Anteile hält, ist ebenso nebulös. Sicher scheint, dass Syntellix auch 2018 seine Ziele – laut internen Unterlagen 12,5 Millionen Euro Umsatz – weit verfehlte.

Maschmeyers Anwalt bezeichnete die Vorwürfe am Mittwoch als „haltlos und vorgeschoben“. Claassen wolle damit nur ablenken, „um seine Pflichten zur Zahlung des noch geschuldeten Aktienkaufpreises nicht erfüllen zu müssen“. Maschmeyer klagt seinerseits gegen Claassen.

Seit Jahren beharken sich beide Unternehmer mit Vorwürfen und Klagen rund um die Syntellix AG, die Claassen 2008 gründete und bei der Maschmeyer einmal zweitgrößter Aktionär war. Das Investment war für den Milliardär eine einzige Enttäuschung, auch wenn die Syntellix AG mehrere Preise gewann. Claassen vergleicht sein Unternehmen, das Magnesiumschrauben für Chirurgen herstellt, gern mit Facebook und Google. Wirtschaftlich kam Syntellix aber kaum vom Fleck.

In keinem Jahr gab es schwarze Zahlen, stattdessen stiegen die Verluste. 2018 übernahm Claassen selbst den Vorstandsvorsitz. Er will aber auch auf mehrfache Nachfrage nicht verraten, welchen Umsatz das Unternehmen in seinem ersten Jahr als operativ Verantwortlicher schrieb. Die Verluste sollen jedenfalls gestiegen sein, heißt es im Umfeld des Unternehmens.

Klargestellt

In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, dass Carsten Maschmeyer an der Syntellix AG Anteile halte. Richtig ist, dass Herr Maschmeyer über die MM Familien KG an Syntellix beteiligt war, diese Anteile mittlerweile aber veräußert hat. Weiterhin schrieben wir, dass Herr Maschmeyer Herrn Claasen „kurz zuvor selbst verklagt“ habe. Richtig ist, dass die ersten Klagen von der Syntellix AG und Utz Claassen stammten.

Mehr: Seit zehn Jahren schreibt Utz Claassen mit seinem Medizinunternehmen Syntellix keine Gewinne. Trotzdem will er es bald an die Börse bringen.

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