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04.09.2017

14:07 Uhr

Bewusster Leben und Arbeiten

Tipps gegen den miesen Montags-Blues

VonNicholas Pesch

Der Montag fällt vielen Mitarbeitern besonders schwer. Dann ist da noch der miese Chef, der nur meckert. Doch es geht auch anders: Wer diese Tipps gegen Montags- und Alltagsblues beherzigt, startet besser in die Woche.

Es ist eine Entscheidung, ein Opfer oder ein Gestalter seines Lebens zu sein. Getty Images

Welcher Typ sind Sie?

Es ist eine Entscheidung, ein Opfer oder ein Gestalter seines Lebens zu sein.

DüsseldorfDiese Sehnsucht nach mehr. Die Sehnsucht, hinter die Oberfläche zu gelangen. Die Sehnsucht, sich von den Fesseln zu befreien. Die Sehnsucht nach Freiheit, Sinn und Glück. Nicholas Pesch kann Ihnen sagen: Das, was Sie suchen, können Sie finden. Wie Ihnen das gelingt, hat er in diesem Gastbeitrag für unser Businessnetzwerk Leader.In aufgeschrieben. Pesch ist studierter Sozialwissenschaftler, Autor, Speaker und Coach und seit vielen Jahren als Berater für Personalentwicklung im deutschen und internationalen Umfeld tätig.

„Servus München“, plärrt es aus dem Radio im Taxi. Ich war nicht schnell genug, dem Fahrer zu sagen, dass er das Ding ausmachen soll. Es ist Montagmorgen. Auf geht’s in die neue Woche! Nur noch fünf Tage durchhalten und dann ist wieder: Wochenende!

Wochenende und Urlaub sind die Lichtpunkte unserer Zeit. Unter der Woche dagegen ist Alltag. Und der hat für ganz viele Menschen einen schalen, bleiernen Beigeschmack. Für sie ist Alltag oft nur öde. Ihr Alltag ist geprägt von immer gleichen Abläufen, die sie, ohne darüber nachzudenken, automatisch erledigen.

Wie gehen Sie mit Stress und Ärger um?

Den Stress erkennen

Denken Sie darüber nach, welche Faktoren Stress auslösen und bringen Sie diese in eine Rangfolge. Nicht alle Gründe wiegen gleich schwer. Stressauslöser, die bisher als unumgänglich gelten, könnten zu körperlicher und seelischer Beeinträchtigung führen.

Die Gesundheit leidet

Viele vermeiden es über Jahre, sich Erschöpfung einzugestehen. Ein Burnout kann ein schleichender Prozess sein. Jahrelanger Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch, Autoimmunerkrankungen oder psychische Auffälligkeiten weisen auf Erschöpfung hin.

Neue Energie gewinnen

Hinterfragen Sie, wo Sie wie viel Energie investieren und ob es sich lohnt. Hinterfragen Sie Ihre innere Motivation und konzipieren Sie um. Schaffen Sie es, Ihr Energielevel unter Kontrolle zu halten, bleibt mehr für die Freizeit übrig.

Sich selbst leiden können

Eine positive Selbstbewertung senkt das Stresslevel. Fangen Sie morgens an mit einer positiven Grundstimmung und versuchen Sie, dieses Gefühl den Tag über zu halten. Positive Selbstgespräche oder kurze tägliche Rituale helfen dabei. Auch malen, schreiben oder eine freundliche Büroeinrichtung wirken positiv.

Lähmenden Ärger loswerden

Ärger kann in kürzester Zeit zu Antriebslosigkeit führen. Das Take-Care-Prinzip soll helfen, sich weniger zu ärgern: Versuchen Sie zunächst, Ärger von sich fernzuhalten. Nicht jede Meinungsverschiedenheit mit Kollegen oder den Nachbarn ist einen Streit wert. Falls es doch dazu kommen sollte, distanzieren Sie sich innerlich. Einen Witz machen kann helfen. Sollte es doch heftiger kommen, ist es wichtig, sich beim Sport oder über einen Urschrei abzureagieren.

Das Leben wieder in die eigene Hand nehmen

Wer sich aufgibt, wird zum Spielball der Umgebung. Bestärken Sie sich jeden Tag darin, dass Sie über Ihr eigenes Lebens bestimmen. Conen empfiehlt: „Lernen Sie, mitten im Geschehen zu sein und doch darüber zu stehen.“ Sie kommen mit Störungen besser zurecht, wenn Sie sich als freier und selbstbestimmter Mensch fühlen.

Intuition nicht verkümmern lassen

In kritischen Situationen spontan regieren zu können, ist nicht nur auf der Straße wichtig. Auch im Büro sollte die Bedeutung des Bauchgefühls nicht unterschätzt werden. Wer in Situationen mit Kollegen und Kunden zu kopflastig reagiert, kann sie in Sekunden vergraulen. Laut Conen ist Intuition lernbar – und kann wieder erweckt werden, falls man dazu bereit ist.

Das Bauchgefühl verbessern

Lernen Sie ihre Sinne wieder einzusetzen. Riechen und fühlen Sie die Natur oder konzentrieren Sie sich auf die verschiedenen Bestandteile ihres Essens. Verlangsamen Sie eine Aktivität wenn es möglich ist und genießen Sie den Augenblick. Versuchen Sie die Umgebung abzuscannen und sich einzuprägen.

Den anderen mit dem Bauch betrachten

Achten Sie nicht nur darauf, was Personen in Ihrem Umfeld sagen, sondern auch, wie sie es sagen. Die Wechselwirkung mit dem Gegenüber und die Umstände einer Konversation beeinflussen das Ergebnis in hohem Maße.

Selbstkontrolle

Dabei sollte die Selbstbeobachtung nicht vergessen werden. Intuitive Selbstkontrolle hilft, während eines Gesprächs die Reaktionen seines Gegenübers nicht zu übersehen. Wie Sie auf andere wirken, lässt sich leicht bei einem Abschied erkennen. Ist die Situation entspannter, als bei der Begrüßung, hat sich der Gesprächspartner wohl gefühlt.

Intuitiv entscheiden

Egal ob im Beruf oder im Privatleben, eine Entscheidung sollte nicht alleine aus dem Kopf heraus getroffen werden. Beziehen Sie Ihren Bauch mit ein. Auch wenn Sie ein Gefühl rational nicht nachvollziehen können, sollten Sie versuchen, es zu ergründen. Es könnte sein, dass ihre innere Stimme weiser ist, als Sie in diesem Augenblick.

Aufbrechen oder Ausharren?

Jede Veränderung schenkt ein Stück neues Leben. Dennoch ist nicht jeder Unmut Grund genug, alles über den Haufen zu werfen. Veränderung ist kein Allheilmittel. Tiefen durchzustehen ist das eine, chronischer Frust das andere.

Das Chamäleon-Prinzip

Das Chamäleon sollte das Tier dieses Jahrhunderts werden. Es zeigt alle Fähigkeit, die heute notwendig sind. Vor allem kann es sich auf veränderte Bedingungen einstellen. Es geht nicht darum, seine Authentizität zu verlieren. Es geht darum, sich nicht mehr zu wünschen, dass alles wieder so wird, wie es mal war. Das macht unglücklich. Wagen Sie in der Jobkrise den Sprung in eine zweite Karriere.

Entdecken Sie alle Ihre Fähigkeiten

Stellen Sie sich vor, Sie wären Gast im Ratequiz „Was bin ich?“. Welche Eigenschaften, und dazu zählen eben auch die kleinen Fähigkeiten, machen Sie aus? Protokollieren Sie die Bereiche, die bisher noch nicht ausreichend zur Geltung kommen. Da gibt es bestimmt mehrere.

Entwickeln Sie sich weiter

Seminare, lebenslanges Lernen, neue Herausforderungen. Nutzen Sie wirklich alle Ihre Bildungsurlaubstage? Haben Sie wirklich schon alles gelernt, was Sie sich vorgenommen haben? Trainieren Sie, nicht zu schnell zu satt zu sein und fordern Sie von sich selbst, mehr aus sich zu machen.

Reagieren Sie schneller

Seien Sie die Schlange, nicht das Kaninchen. Reagieren Sie schneller als die anderen. Also erwarten Sie stets das Unerwartete, lernen Sie zu improvisieren, lösen Sie sich rasch von Denkmustern. Und vor allem: verändern sie Gewohnheiten.

Freude kommt nur auf, wenn sie vom vergangenen Wochenende oder dem nächsten Urlaub erzählen. Die Zeit bis dahin soll doch bitte so schnell wie möglich verstreichen.

Dabei ist Alltag der größte Teil unseres Lebens. Das Hier und Jetzt fällt daher auch meistens in den Alltag. Und wenn jemand von der meisten Zeit in seinem Leben nur hofft, dass sie zügig rumgeht, weil er sie als langweilig empfindet, kann ich nur sagen: Was für eine Verschwendung von Lebenszeit!

Was für ein fürchterliches Dasein ist das, wenn Sie sich von Urlaub zu Urlaub hangeln? Oder fünf Tage in der Woche irgendwie hinter sich bringen, um dann zwei Tage genießen zu können? Das kann es doch nicht sein. Was machen Sie am Wochenende oder im Urlaub? Suchen Sie Erholung oder Lebensfreude? Körperliche Ertüchtigung? Geistestraining? Tiefgang? Schönheit? Was auch immer es ist: Es ist gut, dass Sie das suchen. Nur: Wieso suchen Sie es nur außerhalb des Alltags?

Ich wette mit Ihnen, dass Sie das alles auch im Alltag finden: das Spannende, das Unbekannte, das Geheimnis, die Aufregungen – alles, was das Herz begehrt. Das bedeutet nicht einmal, dass Sie unentwegt sensationelle Erlebnisse in Ihr tägliches Leben einbauen sollen. Es geht vielmehr darum, dass Sie Ihren Alltag so bewusst wahrnehmen und gestalten, dass Sie ihn anders erleben.

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

04.09.2017, 16:20 Uhr

"Es ist eine Entscheidung, ein Opfer oder ein Gestalter seines Lebens zu sein."

Genau. Eine Entscheidung.

Aber da "Opfer sein" (sprich: brav den Anweisungen anderer zu folgen und sich auch sonst wie ein Schaf in der Herde an den "anderen" zu orientieren) nun mal viel bequemer ist, entscheiden sich viele eben dafür. Bloß keinen "Ärger" riskieren. Und: Gemeinsames Meckern verbindet ja durchaus. Macht aber auf Dauer auch nicht glücklich.

Besser wird von "Fremdbestimmung" nichts. Für niemanden. Im Gegenteil.

Allerdings muss man als erwachsener Mensch erst mal von selbst darauf kommen, dass man eine Wahl hat.

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