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14.09.2018

08:46

Head of Communications & Marketing DACH, Oliver Wyman. (Foto: Oliver Wyman)

Andrea Steverding

Head of Communications & Marketing DACH, Oliver Wyman.

(Foto: Oliver Wyman)

Interview mit Andrea Steverding

„Die anderen kochen auch alle nur mit Wasser“

Von: Carina Kontio

Wenn es stressig wird, kommt die Marketingchefin von Oliver Wyman erst so richtig in Fahrt. Sie mag klare Ansagen und sieht Fehler als Chance.

Die zentralen Themen für Andrea Steverding, die sie leidenschaftlich vorantreibt, sind Employer Branding, Diversity und Digitalisierung. Die Marketingchefin von Oliver Wyman sorgt, oft in enger Zusammenarbeit mit ihrer Chefin Finja Carolin Kütz, dafür, dass die Strategieberatung nahbarer und fassbarer wird. Vor kurzem wurde Steverding mit dem Digital Leader Award in der Kategorie Newcomer ausgezeichnet. Der Preis wird in Kooperation mit dem Netzwerk von Handelsblatt-Kolumnistin Tijen Onaran, den Global Digital Women, vergeben.

Frau Steverding, was sind Ihre Stärken?
Mein Team sagt, dass ich andere mit meiner Begeisterung anstecke. Ich verfolge meine Ziele mit großer Leidenschaft, freue mich immer auf das nächste Neue und halte meine Versprechen ein.

Wer ist Ihr persönliches Rolemodel und warum?
Über die Jahre haben sich meine Vorbilder immer wieder verändert. Anfangs war es mein Vater. Er hat uns Kindern sehr gut vorgelebt, dass man seine Ziele kennen sollte und seinen Weg immer vor Augen behält. Beruflich habe ich in den vergangenen drei Jahren sehr viel von und mit meiner Vorgesetzten Finja Kütz gelernt, der bisherigen Deutschlandchefin von Oliver Wyman: Gutes Führen besteht aus Fordern und Fördern. Im digitalen Wandel brauchen Frauen mehr Mut und Risikobereitschaft. Und sehr wichtig: Starke Frauen fördern andere Frauen und vernetzen sich.

Ich unterstütze meine Kolleginnen in schwierigen Situationen, indem...?
... ich präsent bin. Ich höre zu, packe mit an, wenn ich gebraucht bin, und wir lösen das gemeinsam als Team. Mit etwas Abstand nehmen wir uns auch die Zeit für Feedback und reflektieren gemeinsam, was wir künftig verbessern können.

Eine Kollegin denkt oft: „Ich verdiene den Erfolg gar nicht“, „Ich bin gar nicht gut genug“, „Das schaffe ich nie“, „Andere sind um Welten besser als ich…“ – Was raten Sie?
Glaube immer an dich selbst! Die anderen kochen auch alle nur mit Wasser.

Ein No-Go im Umgang mit Mitarbeitern ist für mich...?
... Unzuverlässigkeit, Ellbogenmentalität und fehlende Loyalität. In einem solchen Team möchte ich nicht arbeiten – und ich glaube auch nicht daran, dass man damit langfristig erfolgreich sein kann.

Feedback ist für mich...?
... ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Zusammenarbeit. Erst durch regelmäßige Rückkopplung entstehen Qualität, Innovation und persönliche Weiterentwicklung.

Über ihre Erfolge sollten Frauen...?
... sehr viel öfter reden. Seid stolz über Erfolge, redet öffentlich darüber – und freut Euch auch für andere und nehmt sie mit auf Eurem Weg.

Her mit dem Geld: Ihr Ratschlag an andere Frauen für Gehaltsverhandlungen?
Sprich frühzeitig über Gehaltswünsche, nicht erst im Jahresendgespräch. Sag klar, was du beim Thema Geld erreichen möchtest und diskutiere, was dazu nötig ist. Definiere mit Vorgesetzten messbare berufliche Ziele und hole Dir regelmäßig ein Feedback dazu, wo du stehst und was es noch weiter braucht. Akzeptiere, dass es dann auch mal anstrengend sein kann, weil du häufiger deine Komfortzone verlassen musst und auch ein paar Extrameilen nötig sein werden.

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Verbündete/Mentoren finde ich, indem...?
... ich mit Menschen spreche. Anfangs habe ich in meiner beruflichen Laufbahn Mentoren und Verbündete eher zufällig im Rahmen der Zusammenarbeit gefunden. Erst später habe ich gelernt, dass ich mir Mentoren systematisch suchen muss, sowohl intern als auch extern. Hierfür sind Selbstvertrauen, Netzwerke und Offenheit ganz wichtig.

In Konfliktsituationen bin ich...?
... jemand, der sich nicht versteckt. Ich sage klar, wenn etwas anders vereinbart wurde, jemand unfair spielt oder die Fakten verzerrt. Ein Streit stört mich nicht, solange alle Beteiligten lösungsorientiert sind.

Pannen sind...?
... nervig, gehören aber einfach dazu. Ich mag sie nicht. Aber wo gehobelt wird, da fallen Späne. Viel spannender ist für mich, was ich daraus lernen kann. Fehler sind sehr gute Chancen, Prozesse zu optimieren und Abläufe effizienter zu gestalten.

Kleine Übungen gegen Stress

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Keine Zeit für nichts

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Es muss nicht immer Sport sein

Und keine Sorge: Ein ausuferndes Fitnessprogramm kommt nicht auf Sie zu. Obwohl mehr Sport im Alltag eine gute Idee ist, um Stress abzubauen.

Mehr Bewegung

„Jede Form der halbwegs lustvollen Bewegung sorgt dafür, dass antidepressive Hormone ausgeschüttet werden“, erklärt Croos-Müller. Bewegung macht also tatsächlich glücklich.

Kleine Schritte

Es muss aber nicht gleich joggen sein. Es reicht schon, zum Beispiel häufiger aufzustehen, Meetings im Stehen abzuhalten oder ein paar Hundert Meter Spazieren zu gehen.

Entspannung für den Kopf

Wer sich bewegt, dessen Gehirn schaltet um. So rät Croos-Müller dazu, ein wenig auf der Stelle zu joggen, zum Beispiel wenn ...

Wut im Kopf

... Sie sich gerade über etwas ärgern. Ein bisschen Bewegung lässt den Ärger verfliegen - und das Stresslevel sinkt.

Kopfsache

Bei Bewegung werden im Gehirn Hormone mit antidepressiver Wirkung ausgeschüttet und solche, die Morphium ähneln.

Nicht immer so negativ

Mindestens so wichtig wie Bewegung: Aktivieren Sie die mentalen Ressourcen, trainieren Sie sich darauf, Angelegenheiten positiv zu sehen. Das ist leichter gesagt als getan. Doch schon kleine Schritte helfen.

Freude empfinden

Seien Sie netter zu sich selbst, verzeihen Sie sich Fehler. Wer häufiger Freude, Liebe oder Stolz empfindet, dessen Stresslevel sinkt. So ist man resistenter gegen ...

Nicht unterkriegen lassen

... fiese Chefs und Kollegen. Auch das könne man trainieren, meint Croos-Müller. Wer übt, zuversichtlich zu sein, dessen Gehirn passt sich an.

Bitte lächeln

Probieren Sie auch einmal aus, mehr zu lächeln – vielleicht sogar sich selbst morgens im Spiegel. „Wer viel lacht, der ist gesünder“, erklärt Croos-Müller.

Gut fürs Herz

Croos-Müller rät zudem dazu, sich kleine Morgenrituale zuzulegen. In unter drei Minuten den Kreislauf mit Dehnen und Stampfen in Schwung bringen, sich selbst im Spiegel anlächeln und tief atmen.

Entspannt im Büro

Wer nur ein paar dieser Übungen beherzt, der geht entspannter durch den Büroalltag – und durchs Leben.

Wie gehen Sie mit Stress um?
Eine hohe Betriebstemperatur empfinde ich als ganz angenehm. Beruflich brauche ich den Stress einfach. Den nötigen Ausgleich finde ich privat. Dort gehe ich es etwas ruhiger an.

Nein sagen sollten Frauen zu...?
... allem, was sie nicht wollen.

Sie merken, dass Sie unglücklich sind in Ihrem Job. Was tun Sie?
Ich fange bei mir selbst an und überprüfe auch noch einmal meine langfristigen Ziele. Dann spreche ich mit einem Mentor oder Vorgesetzten und sage, was ich erreichen möchte. Wenn es in meinem Unternehmen moderne Manager und flexible Möglichkeiten der Weiterentwicklung gibt, dann wird das zu einer sehr positiven Erfahrung werden: Jeder von uns hat seine Karriere in der eigenen Hand. Würde ich in meinem Job längere Zeit unglücklich bleiben und es gäbe keine attraktive Weiterentwicklung, dann ist für mich auch ein Wechsel kein Scheitern.

Anderen Chefs würde ich gerne sagen,...?
Vertrauen Sie Ihrem Team, geben Sie Freiräume und ermöglichen Sie jeder Kollegin und jedem Kollegen, besser zu sein als Sie selbst.

Frau Steverding, vielen dank für das Interview.

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