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11.08.2017

10:53

Mobile Recruiting Studie 2017

Bewerben wir uns bald nur noch per App?

Von: Carina Kontio

Eine neue Studie zeigt, dass Unternehmen fast jeden zweiten Bewerber verprellen. Ein weiteres Ergebnis: Das mobile Zeitalter verändert das Recruiting fundamental, denn „mobile macht ungeduldig“. Was jetzt zu tun ist.

Die Jobsuche über klassische Zeitungsanzeigen ist inzwischen eher selten geworden. Getty Images

Mobile Jobsuche

Die Jobsuche über klassische Zeitungsanzeigen ist inzwischen eher selten geworden.

BonnNetzwerken, Shoppen, Flugtickets bestellen, per WhatsApp Bilder und Nachrichten verschicken, bargeldlos bezahlen: Nichts geht mehr ohne unsere mobilen Alleskönner. Fast jeder Erwachsene in Deutschland besitzt heutzutage ein Smartphone. Das hat unser Kommunikations- und Konsumverhalten radikal verändert, denn in der mobilen Welt läuft alles schneller. Laut einer Studie der Uni Bonn haben wir alle sieben Minuten unser Handy in der Hand - und verbringen in Summe drei Stunden täglich damit.

Kein Wunder, dass auch auf Online-Jobbörsen ein Großteil des Traffics heute mobil stattfindet, also per Smartphone und Tablet. Oder suchen Sie noch ganz klassisch in gedruckten Zeitungsanzeigen nach einem neuen Job? Besonders spannend ist, wie all das die Erwartungshaltung der Kandidaten verändert, denn Bewerber sind im Netz ja nicht nur Bewerber, sondern gleichzeitig auch Mobile-Commerce-Kunden. Wer sich also einmal an die bequeme One-Click-Bestellung mit einer Lieferung innerhalb von 24 Stunden gewöhnt hat, wird sich als Bewerber nur ungerne auf mehrwöchige Reaktionszeiten der Arbeitgeber einlassen.

Zehn Thesen zur Generation Y

These 1

Bei der Diskussion um Generationenvielfalt in der Arbeitswelt geht es nicht um Jung oder Alt, sondern um eine moderne Geisteshaltung – abseits von Effizienzstreben und Massenproduktion. Eine Haltung, die zu einer neuen Realität passt, in der die Welt immer volatiler, unsicherer, komplexer und ambivalenter wird.

These 2

Die Basis moderner Denkmuster besteht in der Erkenntnis, dass die Arbeitswelt heute anders tickt als noch vor 20 oder 30 Jahren. Unser deutsches Erfolgsmodell trägt nicht ewig weiter.

These 3

Es sind die unterschiedlichen Wertesysteme zu Arbeit und Führung, die aufeinander prallen, nicht die Menschen unterschiedlicher Generationen.

These 4

Lebenszeit ist viel zu kostbar, um 40 Stunden pro Woche für Aufgaben zu vergeuden, auf die man keinen Bock hat.

These 5

Die Effizienzzitrone deutscher Unternehmen ist ausgepresst! Wir brauchen einen Musterwechsel. Die GenY sucht ihn im World Wide Web.

These 6

Wir wurden zu lange zu einseitig auf die linke Gehirnhälfte getrimmt: Verstand, Zahlen, Daten, Fakten. Nun gilt es, die rechte zu aktivieren und mit ihr Kreativität, Emotionalität und Intuition.

These 7

Das deutsche Uni-System krankt und produziert Versager der modernen Arbeitswelt.

These 8

Viele Chefs der alten Führungsschule haben nicht systematisch gelernt, Menschen zu führen. Das erklärt vieles…

These 9

Unternehmen sollten sich schleunigst auf die Machtverschiebung hin zum Bewerbermarkt einstellen. Fachkräftemangel lässt bald grüßen.

These 10

Multigrafen, on demand, digitale Transformation, Kulturwandel: Genau darum geht es heute.

Quelle

Steffi Burkhart, „Die spinnen, die Jungen. Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y”, Gabal, ISBN: 978-3-86936-691-3

Was denken Bewerber aktuell über die mobile Bewerbung? Wie gehen Unternehmen mit dem Trend um? Welche Erfahrungen machen Fachkräfte? Wo liegen Stolpersteine? Vor allem aber: Was ist jetzt zu tun? Damit beschäftigt sich die „Mobile Recruiting Studie 2017“, die das Portal meinestadt.de in Zusammenarbeit mit der Hochschule RheinMain durchgeführt hat und die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Die Ergebnisse rütteln auf und zeigen, dass Unternehmen fast jeden zweiten Bewerber verprellen. Ein weiteres Ergebnis: Das mobile Zeitalter verändert das Recruiting von Fachkräften fundamental, denn „mobile macht ungeduldig“.

Wer im Kampf um die besten Talente nicht den Kürzeren ziehen will, muss daher dringend auf das veränderte Nutzungsverhalten reagieren und auch Formate wie das klassische Anschreiben überdenken. Denn: Das „Internet“, so heißt es in der Studie, verlegt sich ohne Zweifel zunehmend ins Mobile, was wiederum Auswirkungen auf die Art und Weise hat, wie sich Kandidaten bewerben und wie Unternehmen diese online für sich gewinnen können.

Die gute Nachricht: Lediglich eine Minderheit (6,9 Prozent) der befragten HR-Verantwortlichen ist der Meinung, dass die mobile Bewerbung nur ein vorübergehender Hype ist, während 69,4 Prozent davon überzeugt sind, dass Bewerbungen über Handys oder Tablets in Zukunft immer wichtiger werden. Ohne mobile Bewerbungsmöglichkeiten, so 45,8 Prozent der Personaler, werden Unternehmen langfristig Schwierigkeiten haben, neue Mitarbeiter zu finden. Die schlechte Nachricht: Die Praxis in den Personalabteilungen der Unternehmen hinkt dieser grundlegenden Erkenntnis noch gewaltig hinterher.

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