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05.11.2019

12:26

Gründerin und CEO von Tech-Unternehmen und sozialen Initiativen, darunter die Get Your Wings gGmbH. Anabelternes.de

Anabel Ternès

Gründerin und CEO von Tech-Unternehmen und sozialen Initiativen, darunter die Get Your Wings gGmbH.

Rolemodel

Anabel Ternès von Hattburg: „Ich habe nie in der höchsten Risikoklasse gespielt“

Von: Carina Kontio

Die Unternehmerin ist die erste Prinzessin in unserer Interview-Serie. Ein Gespräch mit der Tech-Gründerin über Privilegien, Finanzinvestoren und Fehlschläge.

Düsseldorf Anabel Ternès von Hattburg ist Gründerin und CEO von Tech-Unternehmen und sozialen Initiativen, darunter die „Get Your Wings gGmbH“, eine Social-Impact-Organisation, die durch Workshops, Computerspiele und E-Learning Zukunftskompetenzen vermittelt.

Sie leitet das Institut für Nachhaltigkeitsmanagement (IISM), hält eine Professur für Internationale BWL, Schwerpunkt E-Business, und ist als Visiting Professor Gast an mehreren internationalen Universitäten, darunter der German University in Kairo. Ternès hat mehrjährige Führungserfahrung im Business Development internationaler Unternehmen.

Sie ist Speakerin für Digitalisierung, Autorin zahlreicher Fachbücher und schreibt regelmäßig Artikel, zum Beispiel für die Magazine „Focus“ und „Impulse“. Ternès ist unter anderem Vorstandsmitglied von „NFTE Germany“, einem gemeinnützigen Verein, der seit 2004 Lehrer in Entrepreneurship Education ausbildet, im Beirat der Initiative für frühe Bildung, Mitglied in Editorial Boards mehrerer internationaler Magazine und Mentorin bei „Startup-Teens“, einer Initiative, die Schüler fürs Unternehmertum begeistern möchte.

Ternès hat aber auch Kampagnen für verschiedene soziale Organisationen entwickelt, darunter „Amnesty International“ und ist Botschafterin mehrerer internationaler Organisationen, etwa „Ms. AI“, „Same Sky“ und „Make A Wish“, eine Organisation, die unentgeltlich Herzenswünsche schwerstkranker Kinder erfüllt. Im Interview spricht die Ehefrau von Georg Haub (Bruder des verschollenen Tengelmann-Chefs Karl-Erivan Haub) über Privilegien, Finanzierungshürden für Gründerinnen, Kindheitsträume und Fehlschläge.

Bevor wir loslegen, müssen Sie uns bitte die Hintergründe zu Ihrem Namen erklären, wie er im Impressum Ihrer Webseite steht: „Anabel Cäcilia Prinzessin von Preussen - Ternès von Hattburg“ - damit sind Sie die erste Prinzessin in unserer Rolemodel-Serie.
Der Teil meines Namens stammt aus der Ehe mit meinem Ex-Mann.

Sie haben einige Start-up-Unternehmen gegründet, damals hatte sich Ihr Ehemann Georg Haub laut Handelsregister an zweien beteiligt - welche Vorteile hat es, wenn man nicht auf Geld von externen Finanzinvestoren angewiesen ist?
Ich bitte um Verständnis, dass ich meine Familie aus der Öffentlichkeit heraushalten möchte. Zu meinen Gründungen kann ich Ihnen aber sagen, dass ich alle Firmen als Lean-Start-up gegründet habe, um möglichst spät erst externe Gelder zu akquirieren beziehungsweise möglichst alles aus eigener Kraft mit meinen Mit-Gründern stemmen zu können.

Haben es Gründerinnen, die viel Eigenkapital oder auch einen imposant klingenden Namen mitbringen, einfacher als solche, die ihre Ideen per Crowdfunding finanzieren müssen?
Gründerinnen, die viel Eigenkapital einsetzen können, haben es natürlich leichter, einen schnellen guten Start hinzulegen, vor allem möglichst lange ohne fremde Finanzhilfen. Hilfreich ist auch, schon ein paar Gründungserfolge verbuchen zu können und damit einen Namen zu haben, den man in der Szene kennt. Das schafft Vertrauen, auch bei Investoren. Dass allein der Klang eines Namens hilfreich ist bei der Finanzsuche, das kann ich nicht bestätigen.

Sie sind auch Gründerin von verschiedenen Tech-Unternehmen. Eine berühmte Start-up-Weisheit lautet: „Fail fast“. Muss man als Gründer, wenn man Fehlschläge begrüßen will, nicht erstmal privilegiert genug sein, um ein Scheitern überhaupt überleben zu können?
Ich weiß, welcher Risiko-Typ ich bin. Ich habe nie in der höchsten Risikoklasse gespielt. Risiko ja, aber kalkuliert, mit Alternativen beziehungsweise einem Plan B. Wenn man ein überschaubares Risiko fährt, dann kann man auch Scheitern finanziell überleben. Lean-Start-up hilft dabei sicher. Auch mit kleinen Budgets lässt sich vieles starten. Und wenn das Team stimmt und die Idee cool ist, dann gibt es meist doch viele, die finanziell zumindest etwas unterstützen.

Inwiefern würden Sie sich privilegiert fühlen?
Ich hatte immer genug zu essen, habe gute Schulen besucht, eine Ausbildung gemacht, studiert. Und ich habe in meiner Familie ein paar großartige Frauen, Role-Models wie meine Großmutter und meine Mutter, die ihren Weg gegangen sind, auch gegen Widerstände, und dabei immer Frau geblieben sind. Ich habe Menschen kennengelernt, die gern eine Schule besucht hätten, aber wichtiger war ihnen erst einmal, satt zu werden. Ich habe Frauen kennengelernt, die sich nach einem erfüllenden Beruf gesehnt haben, aber wichtiger war ihnen erst einmal, aus einer Zwangsehe herauszukommen. Ich musste oft kämpfen, und ich konnte viel erreichen. Deshalb setze ich mich, seit ich denken kann, vor allem für Kinder und Bildung für alle ein, beispielsweise als Botschafterin für Same Sky, als Mentorin für Start-up Teens und im Vorstand von NFTE.

Können Sie uns Ihren Job bei Get Your Wings beschreiben, ohne die Marketingsprache Ihres Unternehmens zu nutzen?
Als Gründerin und Gesellschafterin kümmere ich mich um Konzepte und Strategien für neue und bestehende Kooperationspartner, um unsere Digitalisierung, die Weiterbildung unserer Mitarbeiter, die Weiterentwicklung unserer Angebote und um Social Media. Außerdem bin ich die finale Prüfstelle für neue Produkte, bevor sie nach draußen gehen. Nach innen moderiere ich viel, gebe Impulse und viel Verantwortung, denn nur damit, so glaube ich, kann man lernen und wachsen.

Wissen Sie noch, was Sie werden wollten, als Sie klein waren?
Als ich ganz klein war, wollte ich Sängerin werden – ich habe mir alles geschnappt, was ein wenig nach einem Mikrofon aussah, den Brausekopf der Dusche, einen Pürierstab… ich stellte mich dann auf einen kleinen Hocker und sang, unglaublich laut. Ich singe noch heute gern viel und laut. Später wollte ich inspirierende Menschen zusammenbringen und zusammen mit ihnen eine Organisation gründen, die alle unheilbaren Krankheiten erforscht und alle Probleme der Welt löst.

Welche Hobbys hatten Sie in Ihrer Jugend? Worin waren Sie richtig gut?
Ich habe seit meiner Kindheit leidenschaftlich gern Klavier gespielt, viele Wettbewerbe gewonnen und zahlreiche Konzerte gegeben. Aber genauso gern habe ich Sport gemacht, Tennis, Leichtathletik und Tanzen. Ich war richtig gut im Laufen und, viele glauben es bei meiner schmalen Statur nicht, im Kugelstoßen. Ich habe auch gern gemalt, gebastelt, geschrieben und komponiert. Ich war noch in der Grundschule, da habe ich mein erstes Buch verkauft. Früh schon habe ich mich für Tier- und Umweltschutz eingesetzt. Ich gründete einen Club, in dem wir auf Missstände in unserer Umgebung mit Plakaten aufmerksam machten, wie versteckte Müllberge im Wald, oder beispielsweise in Norddeich-Mole Plastikmüll sammelten, damit die Möwen diesen nicht fraßen.

Welche Hobbys haben Sie heute? Was begeistert Sie daran?
Ich singe viel und gern, vor allem Pop und Rock, aber auch italienische Balladen – es fühlt sich gut an, mit dem ganzen Körper zu einem Ton zu werden und Nuancen von Gefühlen mit Tonvariationen zum Ausdruck zu bringen. Dann tut mir Sport sehr gut – von Laufen über Wandern bis hin zu Yoga, am liebsten draußen in der Natur. Frische Luft, das Grün der Bäume und auch Wasser geben mir viel Power. Ich schreibe auch richtig gern – ich mag es, wenn ich Gedanken zu Worten forme und dabei Geschichten zum Leben erwecke. Und dann bin ich einfach auch sehr gern mit Freunden und Familie zusammen – beim Kochen und Essen, oder beim gemütlichen Zusammensitzen. Ich begeistere mich für Architektur und Design und liebe Kunst, besonders Contemporary Art.

Was tun Sie für Ihre Gesundheit?
Ich koche bewusst, gesund – und lecker. Ich esse gern und achte auf gute Zutaten. Vor allem verwende ich gern regionale Zutaten, experimentiere aber auch mit neuen Zutaten aus anderen Ländern. Ich esse von allem, aber das, was wir schmeckt und guttut, das ist meist eine leichte, mediterran-asiatische Küche. Mir tut es auch gut, dass ich viel Sport mache, meditiere, draußen in der Natur bin und immer für Bewegung und genug Abwechslung zu sitzenden Tätigkeiten sorge.

Die sieben entscheidenden Fragen für Gründer

Das Buch

Es begann als Vorlesung und wurde zum Bestseller: Peter Thiel hielt vor Studenten an der Universität Stanford einen Vortrag über Gründen, der Student Blake Masters hat fleißig mitgeschrieben und gemeinsam vollendeten sie das Buch "Zero to One" (Campus Verlag). Hier gibt Thiel wertvolle Ratschläge für Gründer. Ein paar Beispiele in Kurzform ...

Die technische Frage

Ist Ihre Technologie revolutionär oder nur eine geringfügige Verbesserung?

Die Timing-Frage

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um in Ihr Unternehmen zu investieren?

Die Monopol-Frage

Beginnen Sie mit einem großen an einem kleinen Markt?

Die Team-Frage

Haben Sie die richtigen Leute?

Die Vertriebs-Frage

Sehen Sie Möglichkeiten, Ihr Produkt nicht nur herzustellen, sondern auch zu verkaufen?

Die Haltbarkeits-Frage

Können sie Ihre Wettbewerbsposition zehn oder 20 Jahre lang halten?

Die Geheimnis-Frage

Haben Sie eine einmalige Chance erkannt, die andere nicht sehen?

Gibt es etwas in Ihrem Leben, das Sie aus Angst gemieden haben und es nun bereuen?
Manchmal habe ich gedacht, ich hätte mein Medizinstudium beenden sollen. Gesundheit interessiert mich und das Wohl anderer Menschen. Aber mein Vater verknüpfte das damals mit der Hoffnung, dass ich, seine Tochter, im Studium ein Heilmittel gegen seinen Krebs entwickeln könnte. Ich empfand das als schwere Bürde. Ich fürchtete, ich würde nicht schnell genug sein mit der Entwicklung eines Mittels, das ihn retten könnte.

Wer ist Ihr persönliches Rolemodel und warum?
Michelle Obama, sie ist sehr inspirierend und ein absolutes Vorbild. Wer nicht weiß, was diese starke Frau alles geleistet hat, muss unbedingt ihr Buch lesen. Ein Spagat zwischen Familie und Karriere, den sie mit Warmherzigkeit, Weiblichkeit und Power intelligent und stringent hinbekommt. Und sie hat nie den Mut verloren, für ihre Werte einzustehen.

Haben Sie ein persönliches Motto, das Sie antreibt und motiviert?
Eines Tages wirst Du aufwachen und keine Zeit mehr haben für die Dinge, die Du immer tun wolltest. Tu sie jetzt.

Was würden Ihre alten Kollegen / Ihr alter Chef sagen auf die Frage, ...was Sie auszeichnet?
Selbstbewusst, zielstrebig, humorvoll, pragmatisch, kreativ, positiv – eine Frau, mit der man genauso Berge besteigen und in die Oper gehen kann.

... was Sie besser können als alle anderen im Team?
Kreativ, ausgeglichen und positiv, gerade in stressigen Momenten und Zeiten, das big picture sehen, schnell im Entscheiden und im Erarbeiten notwendiger Strategien und pragmatischer nachhaltiger Lösungen, gute Menschenkenntnis.

... was Ihnen schwer fällt?
Abarbeiten gleichförmiger Aufgaben.

Beschreiben Sie eine Arbeitssituation, in der Sie komplett im Flow und erfüllt sind?
Mit Menschen, die Lust auf Veränderung und Entwicklung haben, spannende konkrete Konzepte und Strategien erarbeiten, die wirksam sind und die aktuelle Situation verändern können, vor allem wenn die Menschen eine Vielfalt abbilden in Herkunft, Kultur, Branche, Know-how, Herangehensweise und auch Standpunkt, und wenn die Themen zu tun haben mit Zukunftsgestaltung, Nachhaltigkeit – und Menschen.

Wenn ich mich bei Ihren Freunden erkundigen würde: Für welche alternativen Karriereoptionen wären Sie geeignet?
Einige Freunde meinen, ich wäre perfekt an der Spitze eines Konzerns, vor allem für die Bereiche Digitales oder HR. Andere finden, dass ich Politikerin werden sollte.

Was gibt Ihnen Energie im Arbeitsleben?
Ein wertschätzendes engagiertes neugieriges Team, das zusammen an einem Strang zieht. Mit meiner Arbeit die Zukunft mitgestalten.

Was frustriert Sie und ist Ihr persönlicher Produktivitätskiller?
Schlechte Planung und fehlende Koordination, Ausflüchte und falsche Entschuldigungen statt konstruktiver Alternativvorschläge.

Welches Tool ist bei der Arbeit für Sie unverzichtbar und welche Apps haben Sie im täglichen Einsatz?
An erster Stelle ist das mein Smartphone. Einige meiner häufigsten genutzten Apps: Weather, Asana, Social Media (LinkedIn & Co.), Prime, Scan, und Handelsblatt (lacht).

Alternative Geldquellen für Gründer

Venture-Capital-Gesellschaften

Ist die Aussicht auf Geschäftserfolg mehr als riskant, benötigt ein Start-up Wagniskapital - das wird auch hierzulande englisch "Venture Capital" (VC) genannt. Das Geld stellen VC-Beteiligungsgesellschaften bereit, die kurzfristig in eine Unternehmensgründung investieren, um irgendwann mit einer Rendite wieder auszusteigen.

Das muss keineswegs zum Nachteil des Unternehmers sein: Der Kapitalgeber unterstützt das Management beim Aufbau eines Netzwerks oder bei der Suche nach Personal - nicht zuletzt, um den Erfolg der eigenen Investition sicherzustellen.

Wie man an Venture-Capital-Gesellschaften kommt

Die Beteiligung von Venture Capitalists an Start-ups liegt zumeist bei weniger als 30 Prozent. Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) bietet zur Suche nach VC-Gebern eine Online-Datenbank an und hilft, einen Businessplan zu erstellen: www.bvkap.de.

Business Angels

Business Angels nennen sich erfahrene Unternehmer, Manager oder Investoren, die ihr institutionelles oder privates Portfolio um ein paar riskantere Geschäfte bereichern wollen. Der Vorteil, einen Business Angel an der Hand zu haben, liegt im Engagement seines Investments: Während der Gründungsphase unterstützen sie den Jungunternehmer nicht nur mit Kapital, sondern auch mit ihrer Erfahrung und den nötigen Kontakten.

Wie man an Business Angels kommt

In Deutschland gibt es etwa 40 Clubs von Business Angels, die regelmäßig Unternehmensgründer einladen, um ihre Businesspläne vorzustellen. Hier finden Interessierte Clubs in der Nähe und Tipps zur Einladung: www.business-angels.de.

Öffentliche Fördergelder

Die sicherste Art, an Geld zu gelangen, ist, die Fördertöpfe von Ländern, Bund oder der EU anzuzapfen. Der Nachteil: Es dauert oft Monate, bis das Geld fließt. Denn die Zuschüsse können in den meisten Fällen nur die eigenen Hausbanken beantragen, die bürokratischen Mühlen tun ihr Übriges, um auch die beste Geschäftsidee vorübergehend zum Stillstand zu bringen. Allerdings sind die Töpfe auch in Krisenzeiten stets gut gefüllt. Deshalb sind sie es somit wert, von Gründern unter die Lupe genommen zu werden.

Wie man an öffentliche Fördergelder kommt

Einen Überblick über öffentlich geförderte Finanzierungsmöglichkeiten bietet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie: www.foerderdatenbank.de

Inspirierende Newsletter, Podcasts oder Webseiten?
CNN Boss files, The Daily, How to Hack, TED Talks sowie Edition F.

Was macht Sie stolz?
Mein Kind.

Was waren Ihre wichtigsten drei (Arbeits-) Ergebnisse der letzten drei Jahre?
Bundesweiter Rollout von Get Your Wings, Aufbau der Deutschen Initiative Gesunde Digitalisierung, Veröffentlichung mehrerer Bücher, darunter „Orientierungsmodelle und Digitalisierung“, „Digitalisierung als Chancengeber“ und „Digitalpakt – was nun?!“

Bitte ergänze Sie den Satz: Ich unterstütze meine Mitarbeiter (Nachwuchskräfte, KollegenInnen) in schwierigen Situationen, indem ich...
... schnell und vor allem mit Kommunikation stärke – die Situation und ihre Bedarfe anerkenne, zuhöre, Feedback, Orientierung und Verantwortung gebe. Wertschätzung, Respekt und Nachhaltigkeit finde ich unglaublich wichtig.

Angenommen eine Kollege/In oder Mitarbeiter/In denkt oft: „Ich verdiene den Erfolg gar nicht“, „Ich bin gar nicht gut genug“, „Das schaffe ich nie“, „Andere sind um Welten besser als ich…“ – Was raten Sie?
Man darf sich nie unterschätzen, indem man sich mit anderen vergleicht. Setz Dir eigene Ziele. Was ist Dir wichtig, wo siehst Du Deine Stärken und wo willst Du in fünf Jahren stehen? Wir sind alle individuell und einzigartig. Jeder von uns hat Superkräfte!

Sie merken, dass Sie unglücklich sind in Ihrem Job. Was tun Sie?
Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer schon länger unglücklich ist, sollte handeln. Man sollte sich selber fragen, was genau ist das Problem, wie sähe mein Traumjob aus und was sind meine Erwartungen an einen Job, der mir Freude macht und wo ich mich weiterentwickeln kann?

Ein Satz, den eine gute Führungskraft niemals sagen würde?
Diesen Gefühlskram habe ich outgesourct. Oder: Finden Sie sich damit ab. Oder: Das machen wir schon immer so. Oder: Wenn Sie schwanger sind, ist Ihre Karriere eh zu Ende.

Her mit dem Geld: Ihr Ratschlag an andere Frauen für Gehaltsverhandlungen?
Das A und O ist die Vorbereitung. Konkret ist damit gemeint: Trau dich. Man darf sich selber loben, Ihr Gegenüber muss wissen, was Sie leisten, was Sie sich selbst wert sind. Und: Setzen Sie sich Ziele. Seien Sie sich Ihrer Körpersprache und Stimme bewusst. Was für ein Typ ist Ihr Gegenüber? Sollte all das nichts bringen, gerne auch mal woanders bewerben, um den eigenen Marktwert zu erfahren und gegebenenfalls. wechseln. Ach ja, und zu guter Letzt: Wer schreibt, der bleibt! Das heißt, man sollte nach solchen Gesprächen immer ein Protokoll anfertigen. Sonst erinnert sich eine Seite nicht mehr an das, was besprochen wurde.

Verbündete und Mentoren finde ich, indem...
... ich auf Veranstaltungen präsent bin und aktiv auf Menschen zugehe und Möglichkeiten für ein Kennenlernen und Verbindungen beziehungsweise Kooperationen schaffe. Jeder Austausch ist ein Mehrwert. Stichwort: netzwerken.

Der größte Benefit, den Sie bisher aus einem Ihrer Netzwerke gezogen haben?
Das Größte und Beste sind die Menschen an sich, die ich bisher kennengelernt habe, jeder von ihnen mit seiner Art. Daraus sind geschäftliche Projekte, Kooperationen, aber auch schöne Freundschaften entstanden, mit manchen auch alles drei. Aber daran denke ich nicht, wenn ich Menschen kennenlerne. Da steht für mich der Charakter, die Persönlichkeit im Vordergrund.

In den nächsten drei Jahren: Was wollen Sie lernen, was Sie heute noch nicht können?
Ich möchte mein Chinesisch verbessern. Und über die nächsten drei Jahre hinaus gibt es einiges, was ich noch lernen möchte, beispielsweise fliegen...

Frau von Hattburg, ich danke Ihnen für das Gespräch.


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