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20.09.2019

13:09

Touristikkonzern

Thomas Cook ringt um Kapital für Sanierung – Aktie bricht zeitweise um ein Fünftel ein

Banken haben den Konzern aufgefordert, sich weitere 220 Millionen Pfund zu sichern. Das Kapital käme zum ausgehandelten 900 Millionen Pfund schweren Rettungspaket hinzu.

Das britische Reiseunternehmen braucht frisches Geld für die Sanierung. Reuters

Thomas-Cook-Maschine

Das britische Reiseunternehmen braucht frisches Geld für die Sanierung.

London Der kriselnde Reisekonzern Thomas Cook benötigt für seinen Sanierungsplan zusätzliches frisches Kapital. Die Banken hätten das Unternehmen aufgefordert, sich weitere 200 Millionen Pfund, umgerechnet rund 226 Millionen Euro, zu sichern, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die Gespräche über die endgültigen Bedingungen für die Rekapitalisierung und die Reorganisation von Thomas Cook mit einer Reihe von Interessensvertretern dauerten an. Dabei sei eine zusätzliche Finanzierung von 200 Millionen Pfund zusätzlich zu der bereits angekündigten Kapitalspritze von 900 Millionen Pfund verlangt worden. „Die Rekapitalisierung wird voraussichtlich zu einer erheblichen Verwässerung der Interessen bestehender Aktionäre führen, wobei ein erhebliches Risiko einer Nichterholung besteht“, erklärte der Konzern.

Bei den Anlegern kam die Nachricht schlecht an: Die Thomas-Cook-Aktien brachen am Freitag im frühen Handel an der Londoner Börse um mehr als 20 Prozent ein. Am Mittag notierten sie noch fast 15 Prozent im Minus.

Reuters hatte bereits am Donnerstag von Insidern erfahren, dass Thomas Cook bei seiner finanziellen Sanierung auf Schwierigkeiten stößt. Das Unternehmen sei in letzter Minute mit der Forderung der Royal Bank of Scotland (RBS) nach Bereitstellung abgesicherter Mittel konfrontiert worden, die über ein schon ausgehandeltes 900 Millionen Pfund, umgerechnet knapp eine Milliarde Euro, schweres Rettungspaket hinausgingen, hatte eine Person aus dem Umfeld der Verhandlungen gesagt.

Die RBS erklärte, sie arbeite weiter mit allen Beteiligten an der Rettung von Thomas Cook.

Gläubiger müssen den Sanierungsplan kommende Woche absegnen, der eine Aufspaltung in einen Reiseanbieter und eine Fluggesellschaft vorsieht. Der chinesische Großaktionär Fosun will nach bisherigen Planungen 450 Millionen Pfund an frischem Geld bereitstellen und drei Viertel des Reisegeschäfts sowie ein Viertel der Airline-Gruppe übernehmen.

Die wichtigsten Banken und Anleihegläubiger bringen ebenfalls 450 Millionen Pfund auf und wandeln die Schulden, die Thomas Cook bei ihnen hat, um in 25 Prozent des neuen Kapitals vom Touranbieter und 75 Prozent der Airlines, zu denen auch der deutsche Ferienflieger Condor gehört.

Mehr: Bereits vor drei Jahren wollte der Tui-Chef seine Airlines in einer großen Fluggesellschaft einbringen. Jetzt unternimmt Friedrich Joussen einen neuen Anlauf.

Von

rtr

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